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24 August 2011

rue du midi

Rue du Midi war mir schon bei meinem ersten Brüssel-Aufenthalt aufgefallen. Egal wo ich hinwollte, im Zentrum der Stadt, landete ich auf dieser Strasse. Ich erkannte sie an der Buchhandlung mit den tollen Bildbändern in der Vitrine (Bibliopolis - von dem es mehrere gibt übrigens) und Zufälle wollten es dass ich direkt oberhalb von einem ähnlichen Buchgeschäft  auf dieser Strasse meine Wohnung fand. 

Rue du Midi fängt bei der Börse an und geht bis zu Place Rouppe, wo sie dann zu Avenue de Stalingrad wird und uns bis Gare du Midi und seiner Umgebung führt. Auf der anderen Seite der Börse wird sie Rue Neuve und zu einer Einkaufsstrasse wie eine Mischung aus Mariahilfer und Kärntner - diese wiederum führt bis zu Rogier, benannt auch Manhattan von Bruxelles mit seinen paar Hochhäusern, u.a. mit dem EGB- und IGB-Gebäude. Also, wenn Sie so wollen, verbindet Rue du Midi im weiteren Sinne New York mit Marokko, ja!

Im engeren Sinne befindet sich hier alles was das Herz begehrt. Zum Essen eine grosse Auswahl (vom in Brüssel gar nicht so präsenten Türken über die nach dem Ausgehen ziemlich beliebteste Frittenbude bei der Börse bis zum Thailänder Le Lotus Bleu - im Bild -, wo ich gerade eine schöne Portion dim sum bezog), zum Anziehen über Vintage bis zu Le Petits Riens aber auch wassalon, fromagerie, Zubehör für gleichgeschlechtliche Liebe, und, und, und...

Ja, eine Seitenstrasse öffnet sich zum Schwulenviertel, eine andere über Manneken Pis zum Grand Place, eine andere wiederum zu Marolles...

My point being: Alle Wege führen nach Süden und der Süden wiederum macht so viele neue Welten auf. Es ist herrlich!

29 July 2011

recycleart

RecycleArt ist eins der coolsten Adressen, glaube ich, in Brüssel. Und obwohl es vom Konzept her an U-BahnBogenLokal erinnert, ist mir dieses sympathisch. Zumal es sich nicht in einem U-Bahn- sondern einem SüdBahnBogen befindet und rundherum keine Autos vorbeizischen. Und viel mehr Charm besitzt als alle U-BahnBogenLokale gemeinsam...

Nichtsdestotrotz blieb dieses Lokal, ein Steinwurf von mir entfernt, von mir lange unbesucht. Das erste Mal bewusst drinnen war ich auf dem Weg zurück von der FinanceWatch-Gründung, da es genau am Mittelweg lag und ich dringend ein Bier brauchte.

Und das zweite Mal heute mit Christoph... Zumal auch ein BabaZula-Konzert angekündigt worden war. Da es allerdings erst für 01:45am vorgesehen war, ihr Auftritt, blieben wir bei einem Bier, hörten uns das gerade laufende Konzert vor der Tür an, sagten Hallo! zu den bekannten Gesichtern (meine brüsseler FranzösischLehrerin z.B., die mir immer wieder auf der Strasse begegnet - die jetzt aber endgültig zurück nach Paris geht) und spazierten gemütlich nach Hause.

30 June 2011

les ateliers des tanneurs

An diesem heutigen Tag wurde Finance Watch gegründet. Und diese Gründung fand zum Glück nicht schon wieder im Parlament oder in einer ähnlichen location statt, sondern in den von mir sehr beliebten, immer wieder von aussen bewunderten Ateliers des Tanneurs.

Im Moment als Veranstaltungssaal benutzt, war dieses Gebäude mal eine Weinlagerhalle. Es befindet sich bei mir auf dem Weg zum Jeu de Balle. Die schöne Fassade am Bild verrät diese ehemalige Funktion des Gebäudes mit den Schildern von den berühmtesten Regionen in der Gegend, von denen die Namen immer für einen guten Tropfen stehen, wie z.B. Reims.

Champagne hat es zur Feier des Tages nicht gegeben, dennoch verspricht sich der Tag, ein historischer zu werden. Hoffentlich werden wir es gemeinsam sehen und erleben.

15 April 2011

schwimmen

Il faut que ça bouge, haben wir gesagt und wir halten uns auch dran. Heute war das schon längst gewünschte Schwimmbad dran.

Ich hatte schon in meinem insolite et secret -Reiseführer darüber gelesen, nur hatte ich immer wieder eine faule Ausrede um nicht hinzugehen: wie soll ich da nach der Arbeit mit all meinem Hab- und Gut? In der Früh? Das geht sich doch nie aus, dass ich es dann rechtzeitig ins Büro schaffe... Samstags? Da ist es dann sicher trop de monde! Oh là là!

Siehe da, nicht einmal an einem Freitag Abend, kurz vor Badeschluß war es überfüllt, der Becken. So genoss ich meine Längen und meine Arme und Beine die Bewegungen, die sie lange schon vermisst hatten.

Und der Ausblick, der ist was für die Augen. Zu Fuss von mir zu Hause nicht einmal 10 Minuten entfernt, habe ich keine Ausrede, zu welcher Tageszeit auch immer, nicht hinzugehen und meinem Körper diesen Genuss vorzuenthalten. Ça suffit!



 

05 March 2011

cantillon

Ursprünglich hatte ich für heute endlich den Besuch der brüsseler Brauerei Cantillon geplant gehabt, der gar nicht weit von mir entfernt liegt - bissl ausserhalb vom Stadtinneren... Zumal sie heute auch Tag der offenen Tür hatten, mit Führung im Halbstundentakt, ab 7 Uhr (und mit Kaffee und Croissant bis halb 9). Es ist sich aufgrund des Besuchs nicht ausgegangen, rechtzeitig die Wohnung zu verlassen. Dennoch muss es für heute irgendwie vorgesehen worden sein, mein erstes ernsthaftes lambic von diesem Haus beim Maroller chez Marcel am Place Jeu de Balle zu mir zu nehmen, obwohl ich den Besuch dieses Platzes  bislang eher sonntags bevorzugte. Ich muss sagen, keine leichte Kost, der Tropfen!

Lambic wird aus Weizen, Gerste und Hopfen gleichzeitig hergestellt, erinnerte mich an Geschmack dennoch sehr an cidre. Es ist still, also gibt keinen Schaum her, und absolut zuckerlos, dass, wenn ich richtig verstehe, mit der fermentation spontanée etwas zu tun haben soll. Es wird auch als "Wein aus Korn" vorgestellt. Bzw. manchmal auch "Champagner vom Bier". Gueuze ist dann die eine Spur weiterverarbeitete Art davon. Wir kennen eher die mit Frucht versehene Geschmacksrichtung von lambic, nämlich den Kriek.