Showing posts with label istanbul. Show all posts
Showing posts with label istanbul. Show all posts

13 April 2011

jogging

Nachdem ich hier leider, leider nicht radfahre (Aber bald! Ich verspreche!), keine Stiegen benutze (Wohne im Dachgeschoss. Gnade!) und mich sonst auch nicht wirklich viel vom Fleck rühre, ausser vielleicht hin und wieder bissl längere Strecken zu gehen, halte ich es nicht mehr aus ohne Bewegung! Nicht einmal Yoga kam heuer in Frage. Und Tanzen: Tanzen will ich nicht als Sport ausüben.

Vorhin zog ich dann endlich meine besten Schuhe an, und nichts konnte mich zurückhalten vom Laufen - nicht die Kälte, die wieder eingebrochen ist nach dem sommerlichen Wochenende, und auch nicht der Regen.

Die einzige Entschuldigung, die ich hier so lange hatte, waren die längeren Arbeitstage und das danach schon eingebrochene Dunkel. Das ist jetzt nicht mehr der Fall.

Ich habe keinen Donaukanal in der Nähe, und auch keinen Prater - und meine Prinzeninsel, die ich so gern und motiviert im Laufschritt umrunde, ist auch weit weit weg, also begab ich mich in meine nächste Gegend. Die Hinterstrassen von Midi bis zum Bahnhof und zurück (25 Min) waren gerade noch genügend - das nächste Mal muss ich mir allerdings die Zeit nehmen, um diese einfachen Adressen zu studieren um ein paar Parks zu entdecken. So geht's nicht weiter...

24 March 2011

choux de bruxelles

Sowie der türkische Kaffee in der Türkei einfach Kaffe heisst (obwohl sich das inzwischen mancherorts ändert), oder auch the Englisch Breakfast in London in herkömmlichen bodenständigen Lokalen nicht unter diesem Titel bestellt wird, würde man sich vorstellen, die brüsseler Sprossen würden hier einfach Sprossen oder Kohl heissen. Aber nein. So ist es nicht. Sie werden auch hier nach ihrem Ursprung bezeichnet, und die, die ich für mein gestriges Abendessen kaufte, kamen aus Holland.

Für ihre Grösse sind sie eine Spur zu umständlich zum Zubereiten, da man immer eine Schicht schon wegschälen muss, dafür sind sie im Nu gekocht und schmecken leicht bitter, leicht süsslich zugleich und können jeden Salat verfeinern, und jede Speise innerlich wie äusserlich bereichern. Sollte ich ab jetzt öfter einsetzen in der Küche.

09 March 2011

Maes

"La Maes est dorée, fruitée, d’une saveur pure et légère, avec une agréable petite touche d’amertume."

So beschreibt die Internet-Enzyklopädie dieses Bier und ich könnte es nicht besser ausdrücken. Und wegen all diesen Eigenschaften ist es, dass ich mir genau dieses Bier auf dem Weg nach Hause in einem der nightshops besorge, wenn ich weiß, dass ich den Abend zu Hause anfangen und genau da abschließen werde. Ohne dazwischen den Fuß rauszusetzen.

Es ist leicht, und gewöhnlich an Geschmack, nicht herausfordernd, nicht erregend, weder den Geist noch die Sinne, sondern entspannend, höchstens leicht anregend. Passt zu allem dazu: zu den abgeholten frites von nebenan, zu dem selbstgekochten Pasta, zum Fernsehen, zu einer Zigarette oder zwei, auf jeden Fall zum Alleinsein. Manche werden mich dafür rügen, aber es erinnert mich auch an Efes Pilsen ein bisschen...

Es gibt einen Bus, übrigens, mit der Endstation Maes und ob er zur Brauerei führt, also ob dieses Bier ein bruxelloise ist, das werde ich vielleicht irgendwann selber feststellen müssen. Nicht alles erfährt man von der Couch aus...

07 March 2011

spéculoos


Die beste Freundin von biscuits oder Süßigkeiten bin ich nicht, oder sagen wir so, ich geniesse sie in Maßen. Mir haben sie allerdings immer schon besser geschmeckt, die Spekulatien, wie Lebkuchen. Sind auch viel bekömmlicher. Und hier in Brüssel bekommt man sie fast immer zum Kaffee dazu. Dann gibt es auch Schokolade damit. Auch heiße Schokolade.

Eine große Auswahl findet man im schmucken Geschäft auf der schmucken Rue de Rollebeek auf dem Weg zum wahrscheinlich schönsten Platz Brüssels, Place du Grande Sablon: Biscuiterie Dandoy. Sie ist längst vorbei aber vor allem zu Weihnachtszeit geht es drinnen sehr stimmig zu, und wenn sie nicht so zerbrechlich wären, hätte ich sie mit nach Hause genommen, als Geschenk. Das ist nämlich genau wie man sich den Geschmack des Weihnachtens bei uns vorstellt.

Zum Abschied des Winters habe ich mir jetzt neulich eine Packung einfacherer Sorte gekauft, und werde sie täglich zu meinem Nachmittagskaffee genießen.

Und dann kommt Frühling.

13 February 2011

sonntags nach süden

Wie erwähnt, als Gewohnheitstier, kehre ich auch sonntags immer wieder an die selben Orte zurück. Diesmal mache ich mich auf den Weg Richtung Süden.

Dazu kommt, dass ich aus meinen Wiener Zeiten ein bisschen geschädigt bin, was die Sonntage anbelangt, wo an diesem Tag der Woche die ganze Stadt auszusterben oder ans Land auszuwandern scheint. Umso mehr reizt mich die Lebendigkeit des Gare du Midi, mit ihrem Markt, mit ihren Salons de Thé und das alles von mir nicht einmal 10 Minuten zu Fuss entfernt.

Überhaupt gehören Märkte und Sonntage in den Köpfen der Menschen hier zusammen, genauso wie in Paris. Und ich muss sagen, ich bin überhaupt von jedem Geschäft, das sonntags offen hat, ein bisschen fasziniert: meine Buchhandlung unterhalb, überhaupt im selben Haus wie ich also, ist ebenso einladend -, die nach all den Lebensmitteleinkäufen, ebenso ein zusätzliches Futter für den Geist und die Seele liefert. Die Seele, die spätestens Sonntag Abends zur Einsamkeit und der verschobenen Montagsdepression verdammt ist. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.