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20 April 2011

kriek

Es ist kein Bier. Sondern lambic mit Kirschgeschmack. Ich würd' sogar sagen, Sauerkirsch. Und das kann man nicht einfach so zu jedem Essen trinken. Ich zumindest nicht. Gut passt es zu einem sonnigen Nachmittag wie heute, mit ein bisschen was im Magen, aber sehr wohl auch mit einer Spur an Hunger.

Eine Spezialität ist auch lapin à la kriek. Hasenfleisch ist nicht so meins, erfuhr ich, wie ich sie kostete. Aber einmal muss es ja sein. Und das war irgendwann im Spätherbst, im Pré Salé mit Wolfgang, der regelmäßig in der Stadt ist. Ansonsten eine zu empfehlende belgische Kantine - eher eine noble, aber eine Kantine.

02 April 2011

place st. géry

Es war ein tolles Frühlingswetter und so begab ich mich nach einer Regenerationsphase von der doch sehr dichten Woche, Samstag Mittag, mit meiner Zeitung und meinen Zigaretten und viel Vorfreude auf einen Kaffee Richtung Pl. St. Catherine - wie jeden Samstag - und doch kam ich nicht soweit. Denn vor Place St. Catherine, da kommt Place St. Géry, und bei diesem Wetter, mit den Tischen und Stühlen auf den Gehsteigen und mit der direkten Sonne drauf, war es mir wert, ein bisschen länger wie üblich auf einen Tisch zu warten.

Le Roi des Belges - im Bild links mit dem selbsternannten "sophisticated serveur" - ist bei Regenwetter auch drinnen ganz angenehm - obwohl mit einer Spur zu lauter Musik...

Nach dem Cappucino wurde es dann ein herrliches Duvel, und nach doch noch ein paar gebackenen Schrimps und einem Gläschen Weissen auf Pl. St. Catherine, war es dann Zeit für ein längeres Nachmittagsschläfchen. Doch machte uns ein kleiner Umweg über den Vlaamsesteenweg - wieder vorbei am Laboureur - neue Horizonte des eigenen Viertels auf, wie z.B. die Entdeckung der Foxhole-Filiale einen Steinwurf entfernt von mir (aber auch OXFAM vintage ist eine Adresse, die man sich merken kann), und ganz nebenbei kam ich endlich auch in die Ehre der näheren Besichtigung vom Zinneke Pis.

12 February 2011

samstags nach norden

Ich bin ein Gewohnheitstier, zumindest das was meine Erholungs- und Ausgehrituale anbelangt. Kaum entdecke ich einen Ort, der mir gefällt, wo ich mich wohlfühle und der - das ist Bedingung für das Wohlfühlgefühl - sich in meiner nächsten Wohngegend befindet, kehre ich immer wieder zurück dahin. Das kann in meiner Geburtsstadt (=Istanbul) sein, oder in einer Stadt, wo ich mich Jahr für Jahr immer nur für eine Woche aufhalte (=Berlin).
Samstags bewege ich mich Richtung Norden, Richtung Börse, und von dort Richtung Westen, direttissimo auf Rue Antoine Dansaert. Da befinden sich nicht nur Le Pain Quotidien, sondern auch einige boutiques, die sich hier zu agglomerieren scheinen, sondern auch passa porta (siehe auch da die Sonntagsöffnungszeiten!), wo ich mich (nach Nahrung für den Leib) mit Nahrung für den Geist versorge. Sei es mit der sich fast wöchentlich wechselnden Ausstellung im Eingangsbereich, sei es aber auch mit den vielsprachigen Büchern.

Wohin diese Straße allerdings wirklich hinführt, das ist Place St. Catherine, unterwegs mit Cafe de Markten, ebenfalls wie passa porta mit einem eher flämischen kulturellen Zentrum rundherum - Place St. Catherine, die eins der Hauptbezugsquellen für Meeresfrüchte jeglicher Sorte ist. Meine Lieblingsecke, wo ich meine Samstagsausgänge abschließe, ist Noordzee. Das ist Meeresfrüchte vom unübertrefflichen Preis-Leistungsverhältnis. Das ist freundliches, charmantes und persönliches Service. Das ist streetfood vom Feinsten. Das sind Austern, das sind Jakobsmuscheln, das ist Fischsuppe. Das ist ein Glas Weißwein. Eine Zigarette zum Abschluss, und ab nach Hause!