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04 August 2011

carbonade flamande

Auf Deutsch klingt Karbonade nicht gerade appetiterregend, aber wenn die Belgier davon sprechen - und das tun sie nicht selten - meinen sie hauptsächlich  etwas zwischen Gulasch und das Geschnetzelte. Was unbedingt hineingehört, ist allerdings Bier. Und am besten schmeckt es natürlich mit den frites.

Das Exemplar, das ich heute mit Betil, meiner Schulfreundin aus Istanbul, kostete, wurde mir in l'arriere pays serviert - auf der schönen Rue des Minimes, wenn man bei Marcolini und chez Richard am Place du Grand Sablon reingeht. Auf dieser Strasse befindet sich im Übrigen das Jüdische Museum, wo ich während eines meiner früheren Aufenthalte eine Robert Capa-Ausstellung besuchte.

Im wunderschönen Gastgarten auf einem winzigen Platz bei gerade richtigem Wetter - weder kalt noch heiss, haben wir mal einiges an update nachgeholt und uns weiter eine Nachspeise aus dem besagten Laden gegönnt. Und einen expresso gegenüber.

18 April 2011

place jourdan

Am Place Schuman und in seiner Nähe halte ich mich generell nicht gern auf. Nicht in meiner Freizeit. Noch weniger abends unter der Woche. Aber die Sofia, meine Freundin, ist einmal im Monat Eurokratin und diesmal zu müde um ihr quartier zu verlassen.

Vom Schuman den Rue Froissart runter kommt man dann am Place Jourdan an und sonntags ist dort ein marché, der ist dann wieder mehr als ok. Ansonsten ist dieser Platz für seine Frittenbude, wenn ich das mal so sagen darf, Maison Antoine berühmt. Wie schon mal erwähnt, gibt es dort wirklich wirklich nicht die besten frites, und die Schlange vor der Bude ist zum Teil wegen der eigensinnigen "Einschenk"methode des Hauses erklärt.

Doch auch wir standen da und nachdem auch unser Lokal mitgebrachte frites am Tisch erlaubte, war die Versuchung dann doch zu gross. Nach einer halben Stunde Wartens bei mildem Wetter und kühlem Bier und an der Grenze zum Verhungern schmeckten die Teile dann sogar ein bisschen nach was. Vielleicht... sowie es bei Tante Jolesch das Kochen in nicht genügenden Portionen es ist, vielleicht ist es das Geheimnis des "himmlischen" Geschmacks bei Maison Antoine.

09 March 2011

Maes

"La Maes est dorée, fruitée, d’une saveur pure et légère, avec une agréable petite touche d’amertume."

So beschreibt die Internet-Enzyklopädie dieses Bier und ich könnte es nicht besser ausdrücken. Und wegen all diesen Eigenschaften ist es, dass ich mir genau dieses Bier auf dem Weg nach Hause in einem der nightshops besorge, wenn ich weiß, dass ich den Abend zu Hause anfangen und genau da abschließen werde. Ohne dazwischen den Fuß rauszusetzen.

Es ist leicht, und gewöhnlich an Geschmack, nicht herausfordernd, nicht erregend, weder den Geist noch die Sinne, sondern entspannend, höchstens leicht anregend. Passt zu allem dazu: zu den abgeholten frites von nebenan, zu dem selbstgekochten Pasta, zum Fernsehen, zu einer Zigarette oder zwei, auf jeden Fall zum Alleinsein. Manche werden mich dafür rügen, aber es erinnert mich auch an Efes Pilsen ein bisschen...

Es gibt einen Bus, übrigens, mit der Endstation Maes und ob er zur Brauerei führt, also ob dieses Bier ein bruxelloise ist, das werde ich vielleicht irgendwann selber feststellen müssen. Nicht alles erfährt man von der Couch aus...

02 March 2011

houtsiplou

Nicht nur weil sie die zweitbesten frites in der ganzen Stadt haben (...und, nein, die erstbesten sind nicht die von Place Jourdan, vom Maison Antoine, wirklich nicht!), sondern weil sie auch bei mir um die Ecke an dem schönen Place Rouppe platziert sind, bin ich oft und gerne in Houtsiplou. Sie haben eine entspannte Ambiente, wo man auch abends ein paar Zeilen lesen kann, sie haben free wifi, sie haben eine Stammkundschaft, und dennoch auch Gäste, die vorbeiziehen.

Und, so wie viele andere Lokale hier, haben sie eine breite Bierkarte, mit einer Tafel mit zusätzlichen bière speciales. Nach einem leichten Hoegaarden zur ersten afterwork-Entspannung, bestelle ich von der Spezialkarte wieder ein La Chouffe. Dieses Bier trinke ich öfter, wenn ich da bin, weil es immer noch unter blonde fällt (also noch nicht ambrée), aber eben blonde für Brüsseler Verhältnisse, also ganz und gar nicht légère.

Houtsiplou hat auf der Rue Trône eine Schwester, die nur mittags offen hat, mit einem aussprechbareren Namen - Chez Gaston. Den müsste ich vielleicht in einer Mittagspause mal ausprobieren.