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28 August 2011

marché clémenceau

Gare du Midi ist eine Welt für sich und eine der grössten Märkte, die ich kenne. Dass es einen Markt um ein Vielfaches grösser als diese geben könnte, hätte ich mir nicht gedacht, ist aber der Fall...

Zum ersten Mal machten mich Movses und Schogher, immer gut für Tipps für das Gute und Günstige zu haben, irgendwann im Mai auf diesen Markt aufmerksam aber bei mir dauert es lange, die Routine zu brechen, und tatsächlich einen Sonntag  für eine Neuentdeckung zu "opfern".

Heute war es dann so weit... Eine Station weiter von Gare du Midi, aber wir legten die ganze Strecke durch die hinteren Gassen von Midi und irgendwann Anderlecht zu Fuss zurück, öffnete sich durch diesen Markt nochmals eine ganz neue Welt vor uns. Ehemaliger (und zum Teil auch aktueller) Schlachthof - deshalb auch Abattoirs d'Anderlecht genannt - ist auch architektonisch sehr beeindruckend. Die Preise viel günstiger, gibt es hier noch sehr viel zu entdecken, aber mir fehlte mein gewöhnlicher sonntäglicher Markt dennoch sehr.

Nachtrag:
If you’re in Brussels during the week-end, take the subway to Gare de l’Ouest and try the Slaughterhouse’s Market in Anderlecht. Don’t be freaked out by the name, the actual slaughterhouse has moved long ago. Now it’s just a huge and colorful market. - steht es in einem meiner LieblingsBlogs the passionate cook.

05 May 2011

parvis de st. gilles

Es ist eins der schönsten Plätze von ganz Bruxelles. Das kann man einmal schnell sagen über Parvis de St. Gilles.

Zum ersten Mal kam ich auf diesen Platz wieder mal über meine erfahrene Freundin Suna (und ihren Gatten Klaus) an einem schon fast dunklen Herbstnachmittag, wie wir uns bei Maison du Peuple trafen. Damals dachten wir uns, Patrick und ich, ein wunderschöner Platz, wir müssen den ganzen Frühling dann hier verbringen.

Es kam dann doch nicht so, sondern ich brauchte wieder mal einen Arbeitstermin - bei 11.11.11, um wieder herzufinden. An einem frühen Frühlingsmorgen - wo der Markt beim Aufbau war - überhaupt meine Lieblingszeit von einem Markt. Ein guter starker Kaffee beim Marokkaner und ein jeder Arbeitstag kann kommen...

18 April 2011

place jourdan

Am Place Schuman und in seiner Nähe halte ich mich generell nicht gern auf. Nicht in meiner Freizeit. Noch weniger abends unter der Woche. Aber die Sofia, meine Freundin, ist einmal im Monat Eurokratin und diesmal zu müde um ihr quartier zu verlassen.

Vom Schuman den Rue Froissart runter kommt man dann am Place Jourdan an und sonntags ist dort ein marché, der ist dann wieder mehr als ok. Ansonsten ist dieser Platz für seine Frittenbude, wenn ich das mal so sagen darf, Maison Antoine berühmt. Wie schon mal erwähnt, gibt es dort wirklich wirklich nicht die besten frites, und die Schlange vor der Bude ist zum Teil wegen der eigensinnigen "Einschenk"methode des Hauses erklärt.

Doch auch wir standen da und nachdem auch unser Lokal mitgebrachte frites am Tisch erlaubte, war die Versuchung dann doch zu gross. Nach einer halben Stunde Wartens bei mildem Wetter und kühlem Bier und an der Grenze zum Verhungern schmeckten die Teile dann sogar ein bisschen nach was. Vielleicht... sowie es bei Tante Jolesch das Kochen in nicht genügenden Portionen es ist, vielleicht ist es das Geheimnis des "himmlischen" Geschmacks bei Maison Antoine.

23 March 2011

marché du place du chatelain

Nach einer langen Sitzung, vor allem bei so einem schönen Wetter - da gönnt man sich dann eine Mittagspause in der Sonne und die darf auch ein bisschen länger dauern, als die knappe halbe, drei Viertel Stunde, die man sich sonst nimmt. So dachte ich mir, und nachdem es diesen einen Markt am Place du Chatelain, den ich immer schon besuchen wollte, nur Mittwochs nachmittags gibt, habe ich mich in den Bus gesetzt und habe mich ins Innere von Ixelles begeben.

Es ist eine Oase mitten in der Stadt, und die Pause war eine Oase mitten in meinem Tag. Ein herkömmlicher Markt, der auch durch seine Stände mit sofort verzehrbaren Lebensmitteln lockt: vom marokkanischem Couscous zu fusion streetfood, wie wir sie letztendlich zu uns genommen haben. Die Entscheidung war schwer, dennoch ganz einfach: man setzt sich an den ersten freien Platz hin. Und fertig!

Nachtrag am 24. August: Stellt sich heraus, dieser Markt ist   d e r   mittwöchliche Apero-Treffpunkt. Also habe ich mich gar nicht zu Mittag hin beeilen müssen, denn losgelegt wird so ab dem frühen Abend, so ab 18:30, wo es den Markt immer noch gibt und dazu Stände, wo Wein ausgeschenkt wird und Häppchen von chorizo als amuse bouche verkauft... Auch nach dem Markt bleiben diese Stände bestehen, und die Menschen auf der Strasse. Wortwörtlich. Terassen und Gehsteige reichen nicht aus, Autos werden beraten, die Gegend zu umfahren, es ist ein Fest!

05 March 2011

cantillon

Ursprünglich hatte ich für heute endlich den Besuch der brüsseler Brauerei Cantillon geplant gehabt, der gar nicht weit von mir entfernt liegt - bissl ausserhalb vom Stadtinneren... Zumal sie heute auch Tag der offenen Tür hatten, mit Führung im Halbstundentakt, ab 7 Uhr (und mit Kaffee und Croissant bis halb 9). Es ist sich aufgrund des Besuchs nicht ausgegangen, rechtzeitig die Wohnung zu verlassen. Dennoch muss es für heute irgendwie vorgesehen worden sein, mein erstes ernsthaftes lambic von diesem Haus beim Maroller chez Marcel am Place Jeu de Balle zu mir zu nehmen, obwohl ich den Besuch dieses Platzes  bislang eher sonntags bevorzugte. Ich muss sagen, keine leichte Kost, der Tropfen!

Lambic wird aus Weizen, Gerste und Hopfen gleichzeitig hergestellt, erinnerte mich an Geschmack dennoch sehr an cidre. Es ist still, also gibt keinen Schaum her, und absolut zuckerlos, dass, wenn ich richtig verstehe, mit der fermentation spontanée etwas zu tun haben soll. Es wird auch als "Wein aus Korn" vorgestellt. Bzw. manchmal auch "Champagner vom Bier". Gueuze ist dann die eine Spur weiterverarbeitete Art davon. Wir kennen eher die mit Frucht versehene Geschmacksrichtung von lambic, nämlich den Kriek.

13 February 2011

sonntags nach süden

Wie erwähnt, als Gewohnheitstier, kehre ich auch sonntags immer wieder an die selben Orte zurück. Diesmal mache ich mich auf den Weg Richtung Süden.

Dazu kommt, dass ich aus meinen Wiener Zeiten ein bisschen geschädigt bin, was die Sonntage anbelangt, wo an diesem Tag der Woche die ganze Stadt auszusterben oder ans Land auszuwandern scheint. Umso mehr reizt mich die Lebendigkeit des Gare du Midi, mit ihrem Markt, mit ihren Salons de Thé und das alles von mir nicht einmal 10 Minuten zu Fuss entfernt.

Überhaupt gehören Märkte und Sonntage in den Köpfen der Menschen hier zusammen, genauso wie in Paris. Und ich muss sagen, ich bin überhaupt von jedem Geschäft, das sonntags offen hat, ein bisschen fasziniert: meine Buchhandlung unterhalb, überhaupt im selben Haus wie ich also, ist ebenso einladend -, die nach all den Lebensmitteleinkäufen, ebenso ein zusätzliches Futter für den Geist und die Seele liefert. Die Seele, die spätestens Sonntag Abends zur Einsamkeit und der verschobenen Montagsdepression verdammt ist. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.