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01 October 2011

nuit blanche

Es ist nicht zu unterschätzen: ich bin extra deswegen schon am Samstag Nachmittag aus Wien eingereist (und nicht wie normalerweise üblich erst am Montag Morgen).

Ich hatte von nuit blanche schon vorher gehört, aber im Pariser Zusammenhang, und siehe da, sowie vieles Andere sonst, gibt es auch davon eine brüsseler Variante. Einen brüsseler Ableger. (Und die lange Nacht der Museen in Wien ist eine andere aber eben ein bisschen eine "deutschere" Variante von dem Ganzen, zumal es eine "falsche" Nacht ist - bis 1 Uhr früh oder so. Hallo!)

Ich war dann - am Abend in Brüssel ankommend - sehr müde, so sehr, dass ich ohne Shoghers Anruf schwer zu bewegen gewesen wäre, aber es hat sich ausgezahlt.

Die Veranstaltungen waren nicht überall in der Stadt, sowie ich es mir dachte, sondern nur in meiner Nähe! : ) Also Börse, Pl. St. Catherine, etc. aber dafür wirklich in and out, überall! Das Photo oben ist aufgenommen von einer Einlage in der Vitrine von einem Geschäft, an dem ich immer vorbeigehe. Ansonsten waren Installationen fast überall, die schönste im Hof von De Markten. Und, ein Zugang zur Terasse von Beursschouwburg war der Bonus. Der Ausblick war stunning!

18 September 2011

froidchapelle

Ja, so heisst die Ortschaft, wo ich mein Wochenende verbracht habe. Mit Betonung auf "ver".

In Brüssel war gerade nichts los, also nur Journées du Patrimoine das ganze Wochenende, Saint-Jazz-ten-Noode Freitag Abend und Samstag den ganzen Tag, und der strikt autofreie Sonntag. Alles uninteressant, ich wollte unbedingt die eineinhalbstündige Autofahrt auf mich nehmen, um in einer Hütte mit 15 knapp 30jährigen die Nacht eingesperrt zu verbringen (wo nichts unvorhersehbar war, und über Nacht sich keine Überraschungen ergaben, zumindest keine, wo ich dabei war, aber auch sonst nichts, tote Hose diese Generation), um am nächsten Tag nach einer Überlänge an Frühstück mit nutella aber ohne eine einzige exotische Ingredienz mich um 3 Uhr auf den Weg Richtung Stadt zu machen um nach 4,5 Std. tatsächlich dort anzukommen. Auf einen Weg, der mich ins Dorfzentrale führte, um dort herauszufinden, es fahren sonntags keine Büsse zum nächsten Bahnhof, also autostoppen! Bei einem Sonntagsausflugspärchen aus Chimay (ja, wo das gute Bier herkommt, und gut, dass es herkommt und nicht dass wir jedes Mal hinfahren müssen) durfte ich bis nach Gare de Mariembourg mitfahren, dort in der tristesten Sonntagsnachmittagsatmposphere ein einhalb Stunden auf meinen Zug nach Charleroi Sud warten. Und so weiter und so fort.

Alles urban Wohlige hinter mir gelassen, und mir die deutlichsten und lautesten Schafe angehört, die Kühe mit modischen Mustern angeschaut... Und überlebt. Nächstes Mal überlege ich es mir zwei Mal, wenn ich Einladungen zu Geburtstagsfesten annehme, vor allem zu selbstgebastelten. Nein, ich bin definitiv zu alt dafür. Um ehrlich zu sein, ich war nie so jung in meinem Leben. Danke, ohne mich!

10 September 2011

walvis

...und diese Freske ist der Mehrwert auf dem Weg zu walvis.
Von Belga hatte ich schon berichtet, es ist der Klassiker. Aber es ist nicht einzigartig, denn ähnlich wie Belga gibt es einige Bars, Lokale, verstreut in ganz Bruxelles, die zum grössten Teil zum selben Typen gehören. Ja, jede Stadt hat so einen Gastronomen (in Paris der Typ von Le Petit Fer à Cheval, dem gleichzeitig u.a. La Belle Hortense gegenüber auf Rue Vieille du Temple, aber auch Les Philosophes weiter oben auf der Strasse gehören - detto in Wien die berühmte Schleifmühlgasse gehört zur Hälfte dem einen Typen).

Dazu zählen Maison du Peuple am schönsten Platz von Brüssel, aber auch walvis am Kanal am Ende der beiden schönen Strassen Rue des Flandres und Antoine Dansaert. Es ist ca. der selbe Stil vom Interieur her: lässig, aber nicht zu leicht, bobo aber auch eine Spur old-school.

Da ich meinen samstäglichen Ausflug normalerweise am Place St. Catherine am Nordzee beende, kostete es mir heute extra Mühe und Entschlossenheit, dahin zu gehen, aber es lohnte sich. Mit der Sonne auf der belebten Terasse, eingefangen von einer Bekanntin und ihrem Bekannten, führte ein Bier zum Anderen (meistens Vedett Extra Blanche mit einer Scheibe Zitrone), ein Gesprächsstoff zum Nächsten.

Und wir sind bei weitem nicht durch mit der "Kette". Bleiben Sie gespannt!

28 August 2011

marché clémenceau

Gare du Midi ist eine Welt für sich und eine der grössten Märkte, die ich kenne. Dass es einen Markt um ein Vielfaches grösser als diese geben könnte, hätte ich mir nicht gedacht, ist aber der Fall...

Zum ersten Mal machten mich Movses und Schogher, immer gut für Tipps für das Gute und Günstige zu haben, irgendwann im Mai auf diesen Markt aufmerksam aber bei mir dauert es lange, die Routine zu brechen, und tatsächlich einen Sonntag  für eine Neuentdeckung zu "opfern".

Heute war es dann so weit... Eine Station weiter von Gare du Midi, aber wir legten die ganze Strecke durch die hinteren Gassen von Midi und irgendwann Anderlecht zu Fuss zurück, öffnete sich durch diesen Markt nochmals eine ganz neue Welt vor uns. Ehemaliger (und zum Teil auch aktueller) Schlachthof - deshalb auch Abattoirs d'Anderlecht genannt - ist auch architektonisch sehr beeindruckend. Die Preise viel günstiger, gibt es hier noch sehr viel zu entdecken, aber mir fehlte mein gewöhnlicher sonntäglicher Markt dennoch sehr.

Nachtrag:
If you’re in Brussels during the week-end, take the subway to Gare de l’Ouest and try the Slaughterhouse’s Market in Anderlecht. Don’t be freaked out by the name, the actual slaughterhouse has moved long ago. Now it’s just a huge and colorful market. - steht es in einem meiner LieblingsBlogs the passionate cook.

27 August 2011

cinematek

Bis jetzt war ich in Bruxelles zwar nicht so oft im Kino - wirklich ca. einmal monatlich - dennoch in diversen Kinosälen, wie in von einer Sperre bedrohtem Arenberg (u.a. Biutiful, oder aber auch Mardi après Noël mit Francis), in zu zentral und umso überraschend kleinem Actor's Studio auf Rue des Bouchers (Pourquoi tu pleures? mit Julie), in Flagey (Kontakthof mit Suna). Weiters muss ich gestehen, zwei Mal (und zufällig beide Male für Woody Allen, und ich glaube einmal für Brüno, wieder mit Suna und Klaus) in einen Cineplexxx(!?) gegangen zu sein - in den bei mir in der Nähe, UGC De Brouckere.

Wie auch immer, Cinematek, quasi das Filmmuseum von Brüssel, war lange auf meiner Liste und obwohl so nah, hatte ich es lange nicht hingeschafft. Mit einer aussergewöhnlichen programmation kann man in diesem Kino jeden Tag fündig werden und das zu einem Spottpreis von € 3,--! Die Premiere habe ich mir, auf Patricks Empfehlung, mit Brazil gegeben. Un film extraordinaire aus den 80ern, den ich allen empfehlen kann...

25 August 2011

ethiopia

Während es gerade Hungernot herrscht in Äthiopien, ist es vielleicht bisschen absurd die äthiopische Küche hier zu preisen, aber:

Auch dieses Lokal fiel mir schon bei meinem ersten Mal in Brüssel auf und beeindruckte. Es ist weniger die Küche, sondern die Art und Weise in der man isst (gemeinsam und ohne Besteck), in der man das Essen geniesst... Es bat auch für uns (Movses, Schogher, ihren Gast und mich) heute eine tolle Gelegenheit,  uns über unseren jetzt fast vergangenen Sommer in gemütlichster Atmosphäre auszutauschen.

Meine erste Wahrnehmung bezüglich Äthiopien war in London, wie ich damals plötzlich das Auto stoppen liess, da ich dachte, an den Aussenwänden dieses einen Lokals armenische Buchstaben gesehen zu haben - um kurz drauf zu merken, nein, ich kann sie doch nicht entschlüsseln. Die waren äthiopisch. Die Ähnlichkeit ist allerdings so auffällig, dass es eine Verbindung in der geschichtlichen Entwicklung des beiden Alphabets geben muss, dachte ich mir, und behielt Recht: Mesrob Maschtots, der die armenische Schrift Anfang des 5. Jahrhunderts entwickelte, wollte weder von den Griechen noch von den Persern was abschauen und suchte stattdessen bei einer Bevölkerung geographisch etwas weiter dennoch religiös auf der selben Schiene (Äthiopier haben Christentum ebenfalls wie die Armenier als eine der ersten "Nationen" als offizielle Religion übernommen gehabt - wir reden von den Anfängen des 4. Jahrhunderts) um Rat und wurde, wie wir heute wissen, fündig. Heute lebt in Äthiopien eine nicht zu unterschätzende Anzahl an  ArmenierInnen (dessen Grund allerdings in der neueren Geschichte liegt und nur mittelbar in den Anfängen der christlichen Zeit) und, obwohl mich Afrika als Kontinent nicht unbedingt reizt, zieht es mich zu diesem einen Land schon sehr.

Mich mit der köstlichen Küche vertraut zu machen, um zu sehen, es handelt sich dabei um keine Herausforderung, ist einmal ein guter erster Schritt, denke ich. Sonst weiss ich über diesen Fleck der Erde relativ wenig.

Hier, in Kokob, kann man nach dem Essen auch die tolle Kaffeezeremonie geniessen.
Ein weiteres äthiopisches Lokal, das sich nur auf Kaffee spezialisiert, befindet sich auf Rue Haute und ist ebenso einladend. Eine Zeremonie soll es hier allerdings nur an bestimmten Wochentagen geben.

18 August 2011

moules frites

Ursprünglich hat es geheissen, die Muscheln gibt es nur in den Monaten mit "r" drinnen. Wie ich mich allerdings mal im März danach erkundigte, wieso es auf der Karte keine Muscheln mehr gäbe, informierte mich mein Kellner von houtsiplou, die Muscheln gäbe es in den Monaten mit der Endung "-bre".

Nichtsdestotrotz kurz vor meinem Urlaub in die Türkei, juste au debut de mois d'août also, sah ich die Spezialankündigung auf mehreren Tafeln in der Stadt, so auch bei mir um die Ecke.

Da ich ein Tag zuvor meine Freundin und ihre Begleitung nicht überreden konnte - da bei ihnen die Muschelsättigung schon auf höchstem Grade eingetreten war - beschloss ich, mir das Fest am nächsten Tag alleine zu gönnen, und was für eins!!

Im Gegensatz zu anderen Lokalen bietet houtsiplou nur zwei Sorten, eins mit Weisswein und eins mit Knoblauch und crème - ich traf meine Wahl in Richtung Letzterem und lag nicht daneben. Ich kann sagen, die besten Muscheln der Stadt!

Die zweitbesten sind da, wo die erstbesten Frites sind, immer noch ein Geheimtipp von mir, den ich vielleicht doch bald verrate, wenn ich das Lokal wieder besuche, falls ich zu den moules mir auch mal chicon statt frites als Beilage wünsche, und gut sind auch, wenn man sie zu Hause machen kann, sowie die köstlichen von Suna vom letzten Herbst... Sollte ich auch mal wagen?

04 August 2011

carbonade flamande

Auf Deutsch klingt Karbonade nicht gerade appetiterregend, aber wenn die Belgier davon sprechen - und das tun sie nicht selten - meinen sie hauptsächlich  etwas zwischen Gulasch und das Geschnetzelte. Was unbedingt hineingehört, ist allerdings Bier. Und am besten schmeckt es natürlich mit den frites.

Das Exemplar, das ich heute mit Betil, meiner Schulfreundin aus Istanbul, kostete, wurde mir in l'arriere pays serviert - auf der schönen Rue des Minimes, wenn man bei Marcolini und chez Richard am Place du Grand Sablon reingeht. Auf dieser Strasse befindet sich im Übrigen das Jüdische Museum, wo ich während eines meiner früheren Aufenthalte eine Robert Capa-Ausstellung besuchte.

Im wunderschönen Gastgarten auf einem winzigen Platz bei gerade richtigem Wetter - weder kalt noch heiss, haben wir mal einiges an update nachgeholt und uns weiter eine Nachspeise aus dem besagten Laden gegönnt. Und einen expresso gegenüber.

03 August 2011

matongé

Also, die Maghreb-Länder sind ja in meinem Bezirk gut genug vertreten, vor allem Marokko, aber Afrika im echteren Sinne sucht man in Ixelles, sehr intensiv agglomeriert in den ersten Strassen nach der Innenstadtgrenze.

Suna und ich, noch bevor sie "sich unters Kind und Kegel mischte" (muss Frühjahr/Sommer 2009 sein) :), haben uns einmal eine verrückte night-out hier gegeben, wo wir unter anderem mit Automaten-Pistazien hofiert worden sind.

Heute, auf der Suche nach einem interessanteren Mittagessen als sonst, entschloss ich, mich noch vor Place St. Bonifa in den Gassen zu verlaufen und dieses gelang mir sogar wortwörtlich.

In dieser Gegend, ein bisschen wie aus einer anderen Welt, kann man sich nicht nur musikalisch oder kulinarisch in Afrika versetzen lassen, auch modisch bzw. was die Frisur anbelangt, ist man gut versorgt, wenn's mal wirklich bisschen anders sein soll. Ich werde meine Herbstgarderobe mal mit diesen schönen afrikanischen Mustern auffrischen, und wer weiss, vielleicht traue ich mich mal auch in die Hände einer Friseuse...





01 August 2011

st. boniface

Place St. Boniface ist in Ixelles sehr prominent. Am Anfang hauptsächlich, weil das vielempfohlene Lokal - nicht ganz zu Unrecht - da liegt. Auch Café Belgo/Belge ist hier, obwohl - wieder nicht ganz zu Unrecht - weniger empfohlen. Trotzdem kam ich auf diesen Platz, genauso wie nicht auf Mont des Arts - nicht gleich bei meinem ersten Brüssel-Aufenthalt drauf. Sondern viel später, bei der Wohnungssuche im Oktober 2010.
Dann wundert man sich natürlich, wie man so einen Platz mit der den Platz dominierenden gleichnamigen Kirche übersehen haben kann, aber es ist wie es ist, und ich nehme an, es gibt weiteres Prominente, von dem ich noch nicht einmal weiss.

Es ist vor allem nach der Arbeit sehr entspannend. Sowie heute mit Christoph.
Aber immer wieder auch mit einer Freundin oder Kollegin.

19 July 2011

konzert zu mittag

Mit theorethisch(!) anbrechendem Sommer ist in Bruxelles auch weniger los - weniger, was das Arbeitsleben betrifft. Das Angebot an Unterhaltung passt sich daran an, und erweitert sich auch auf die Tageszeit.

In diesem Zusammenhang werden den ganzen Sommer lang Konzerte zu Mittagszeit angeboten. Heuer übrigens zum 25. Mal! Früher  im Freien, heuer zum ersten Mal im königlichen Konservatorium. Passt auch viel besser zum Wetter, obwohl ein bisschen frische Luft in der Mittagspause, egal wie kalt es draussen ist, ja niemandem schaden könnte.

Die Premiere haben heute Barbara und ich mit Barockmusik aus Portugal gemacht. Bei voll ausverkauftem Saal. Wirklich eine Marktlücke, so eine mittägliche Ohrenschmause, man merkt es. Nahrung für die Seele in der Mittagspause ist nicht bei wenigen angesagt.

14 July 2011

chez richard

Chez Richard scheint eine Institution zu sein. Es ist ein Lokal, eine Bar, sowie ich's gern habe... Gleich am Anfang des Place du Grand Sablon plaziert, ist es klein aber nicht zu klein, hat eine terrasse, Tag- und Nachtatmosphäre gleichzeitig, unkompliziert, nicht zu gemütlich, nicht zu grindig, eine gediegene Karte und, das Wichtigste, ein Publikum mit Altersdurchschnitt über 40. Manche davon werden an der Bar  mit Vornamen begrüsst.

Im Winter, in den Monaten mit einem R im Namen genaugenommen, ist vor der Tür auch ein Austernstand. Eine schöne Überraschung war eines Tages den Koch meines Lieblingsbeisls von weit weg in der Stadt genau da anzutreffen. Seitdem weiss ich, dass mein Gefühl mich nicht täuscht.

Blöd ist, dass meine FreundInnen, die direkt oberhalb wohnen, nicht zufrieden sind mit dem Umstand, dass sie bis in den frühen Morgen der lauten Musik ausgesetzt sind - aber sie haben da schon erfolgreich eingegriffen und jetzt scheint es wieder zu passen. Meine Lösung wäre wahrscheinlich gewesen, mein brüsseler shabu aus dem Lokal zu machen, aber ich hab' leicht reden.

Heute trank ich nach langer Zeit wieder einen Espresso an der Theke, bevor ich in die Arbeit ging... Einmal sollte ich mal gegen Mitternacht dort vorbeischauen, sagt mir mein Gefühl.

Nachtrag am 18. Juli: Heute früh kam und setzte sich auch ein gewisser Johannes Voggenhuber hin. Er hatte aber einen Trolley mit. So schaut's aus.

04 July 2011

rockwerchter

Die FestivalTussi bin ich nicht - das kann man auch daran erkennen, dass ich bis zu diesem meinen Alter auf keinem mehrtägigen Festival je war. Auch auf dem RockWerchter haben wir nicht gecampt oder so, allerdings schon einen ganzen Sonntag da draussen verbracht.
Wie meine Freundin mir irgendwann im Frühjahr davon erzählt hat, dass sie Tickets ergattert hat (zwar nicht mehr für den Samstag mit dem besseren Programm, dennoch...) und dass sein Mann irgendwie abspringt, da am nächsten Tag Arbeit, etc. habe ich mich (ebenfalls trotz Arbeit am nächsten Tag) ohne lange zu überlegen, angemeldet.

Es war dann erst am Tag des Festivals - gestern Vormittag -, dass mir die Dimension der Sache bewusst geworden ist, und dass ich sah, dass neben Iron Maiden etc. ganz nebenbei auch Nick Cave mit seinen Grinderman dabei sein wird. Aber auch neue Sängerin/Performerinnen wie Robyn waren dabei, zumindest für uns, zu entdecken.

Dazu kommt, dass so ein cooler Armband dann auch Tage danach die Aufmerksamkeit von diversen Menschen in der nächsten Umgebung erregt und überraschend, zu welchen sozialen Kontakten das dann hinführt...

29 May 2011

micro marché


Im Rahmen des Brüsseler JazzMarathons, da ist auch Movses mit seiner Truppe aufgetreten - anbei ein Ausschnitt aus ihrer Musik - (zwar als Trittbrettfahrer, da zu der Zeit des DatumFestlegens sie von dem Rahmenprogramm nicht wussten, aber dennoch...), und da hatten sie sich als Location Micro Marché ausgesucht gehabt. Da war ich schon einmal für ein erstes Treffen mit einem Kampagnenpartner im November und es wirkte ungezwungen, was mich freute, und fast alternativ, wenn auch die Küche nicht gerade reich.

In einem Innenhof und mit einem Konzertsaal, versteckt ganz hinten am Place St. Catherine - genaugenommen am Quai au Bois à Brûler - ist dieser Ort eine kleine Oase. Wie der Name verspricht, soll er in sich auch einen Markt beherbergen irgendwo - den habe ich allerdings bis jetzt nie persönlich erwischt.

Nicht weit weg liegt auch eine Bar, die ich am selben Abend entdecken durfte, Roskam, wo wir den Abend beendet haben. Als Alternative zu Monk, sehr akzeptabel. Monk kennen wir alle, oder?

05 May 2011

parvis de st. gilles

Es ist eins der schönsten Plätze von ganz Bruxelles. Das kann man einmal schnell sagen über Parvis de St. Gilles.

Zum ersten Mal kam ich auf diesen Platz wieder mal über meine erfahrene Freundin Suna (und ihren Gatten Klaus) an einem schon fast dunklen Herbstnachmittag, wie wir uns bei Maison du Peuple trafen. Damals dachten wir uns, Patrick und ich, ein wunderschöner Platz, wir müssen den ganzen Frühling dann hier verbringen.

Es kam dann doch nicht so, sondern ich brauchte wieder mal einen Arbeitstermin - bei 11.11.11, um wieder herzufinden. An einem frühen Frühlingsmorgen - wo der Markt beim Aufbau war - überhaupt meine Lieblingszeit von einem Markt. Ein guter starker Kaffee beim Marokkaner und ein jeder Arbeitstag kann kommen...

16 April 2011

parc de bruxelles

Heute, nach einer Kaffe-&Schokolade-Einheit mit Frank beim Frederic Blondeel - wirklich tolle Schokoladen, und eigentlich sollte man angeblich wegen der heißen Schoko hingehen - das muss ich in einer kälteren Jahreszeit mal nachholen, war am Nachmittag wieder eine Laufeinheit am Programm. Diesmal wollte ich mich nicht auf den Straßen verirren, also machte ich mich auf den Weg zum Park. Mein italienischer Nachbar meinte letzte Woche, es sind 12 Minuten im "powerwalk" bis dahin, bei mir dauerte es 13 Minuten im Laufschritt, aber immerhin... Wie ich einmal dort war, bräuchte ich dann nur mehr noch einmal so viel für die Umrundung des gesamten Parkes.  So klein ist er nämlich...

Nichtsdestotrotz hat er Raum für allerlei "geheime" Symbole drinnen, wie es sich wieder mal bei der Lektüre meines tollen Reiseführers herausstellt. Angeblich soll in der perfekten Symmetrie dieses Parks, samt seinem Brunnen, die Symbole der Freimaurer angedeutet sein - vom Kompass, über Hammer bis zur Kelle. Und es soll mit einer Zeichnung auf einem der Statuen im Park bestätigt sein, dass das Ganze nicht aus dem Finger gesaugt wäre...

Die Freimaurer, auf Türkisch klingt der Name noch geheimnisvoller (masonlar), und alles was damit zu tun hat, habe ich nie wirklich verstanden, und dieses "Geheimnis" hinter der Gartengestaltung dieses Parks macht es mir nicht einfacher... Na ja.

12 March 2011

ports ouverts

Rosas tanzt Rosas, hatte ich mir vorletzten Sommer schon in Wien gegeben gehabt, und heute war es soweit, dass ich die Tanzstätte in Brüssel selber besuchen konnte, und nicht nur das. P.A.R.T.S. - die Schule von der Kompanie Rosas - hatte heute Tag der offenen Tür und ich habe mir diese Führung nicht entgehen lassen.

Mir ist das in Wien irgendwie schon aufgefallen, die belgische Omnipräsenz in den Tanzwochen, und wie ich dann bei einer beruflichen Aufenthalt hier vorigen Winter einfach so den Direktor von den besagten Wochen in meinem Hotel traf, wurde mir noch klarer: da läuft das Geschäft!

Anne Teresa de Keersmaeker war in der Schule heute zwar nicht persönlich anwesend, dafür konnte man allerdings mit Lehrern in Berührung kommen, die mit ihr, und aber auch mit Pina Bausch höchstpersönlich gearbeitet haben - u.a. bei Kontakthof, über deren Reproduktion mit Jugendlichen es eine herrliche Doku gibt, die ich mit Suna im tiefsten Winter in flagey gesehen und bewundert hatte.

Ich glaube, heuer werde ich nicht bis zum Sommer warten, und mich schon zu meinem baldigen Geburtstag mit einem Tanzkurs beschenken. Bleiben Sie dran!



06 March 2011

Café Belga

Café Belga gehört zu einer der ersten Entdeckungen in Brüssel, die ich im November des Jahres 2008 dank Suna und Klaus machte.

Es bildet Teil des ganzen flagey-Komplexes - dazu später - und zieht auch aufgrund seiner Grösse ein breites Publikum an (obwohl hauptsächlich bobos), vor allem sonntags. Jeden zweiten Sonntag bietet es live music vor Ort an und an schönen Tagen, obwohl das Lokal aufgrund seinen Vitrinenfassaden sonnendurchflutet ist, ist auch auf der Terasse am Place Flagey kein einziger Sessel mehr frei. So auch heute.

Es gibt hier zwei Getränke, die hauptsächlich konsumiert werden: thé à la menthe und Vedett extra blanche gezapft, mit Zitronenscheiben drinnen. I go mostly for the latter. Obwohl ich hier mal aufgrund einer anonymen Empfehlung an der Bar auch Maredsous probiert habe, und es immer wieder auch sehr gerne trinke.

Nicht zuletzt kann man sich hier auch mit einer umfangrachen Palette an flyers versorgen, und sich den kürzeren oder längeren Besuch in der Stadt je nach Geschmack zusammenflicken.