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04 August 2011

carbonade flamande

Auf Deutsch klingt Karbonade nicht gerade appetiterregend, aber wenn die Belgier davon sprechen - und das tun sie nicht selten - meinen sie hauptsächlich  etwas zwischen Gulasch und das Geschnetzelte. Was unbedingt hineingehört, ist allerdings Bier. Und am besten schmeckt es natürlich mit den frites.

Das Exemplar, das ich heute mit Betil, meiner Schulfreundin aus Istanbul, kostete, wurde mir in l'arriere pays serviert - auf der schönen Rue des Minimes, wenn man bei Marcolini und chez Richard am Place du Grand Sablon reingeht. Auf dieser Strasse befindet sich im Übrigen das Jüdische Museum, wo ich während eines meiner früheren Aufenthalte eine Robert Capa-Ausstellung besuchte.

Im wunderschönen Gastgarten auf einem winzigen Platz bei gerade richtigem Wetter - weder kalt noch heiss, haben wir mal einiges an update nachgeholt und uns weiter eine Nachspeise aus dem besagten Laden gegönnt. Und einen expresso gegenüber.

16 April 2011

parc de bruxelles

Heute, nach einer Kaffe-&Schokolade-Einheit mit Frank beim Frederic Blondeel - wirklich tolle Schokoladen, und eigentlich sollte man angeblich wegen der heißen Schoko hingehen - das muss ich in einer kälteren Jahreszeit mal nachholen, war am Nachmittag wieder eine Laufeinheit am Programm. Diesmal wollte ich mich nicht auf den Straßen verirren, also machte ich mich auf den Weg zum Park. Mein italienischer Nachbar meinte letzte Woche, es sind 12 Minuten im "powerwalk" bis dahin, bei mir dauerte es 13 Minuten im Laufschritt, aber immerhin... Wie ich einmal dort war, bräuchte ich dann nur mehr noch einmal so viel für die Umrundung des gesamten Parkes.  So klein ist er nämlich...

Nichtsdestotrotz hat er Raum für allerlei "geheime" Symbole drinnen, wie es sich wieder mal bei der Lektüre meines tollen Reiseführers herausstellt. Angeblich soll in der perfekten Symmetrie dieses Parks, samt seinem Brunnen, die Symbole der Freimaurer angedeutet sein - vom Kompass, über Hammer bis zur Kelle. Und es soll mit einer Zeichnung auf einem der Statuen im Park bestätigt sein, dass das Ganze nicht aus dem Finger gesaugt wäre...

Die Freimaurer, auf Türkisch klingt der Name noch geheimnisvoller (masonlar), und alles was damit zu tun hat, habe ich nie wirklich verstanden, und dieses "Geheimnis" hinter der Gartengestaltung dieses Parks macht es mir nicht einfacher... Na ja.

31 March 2011

guylian

C'est vrai que... Es stimmt, dass ich eine Schwäche für Meeresfrüchte habe, oder alles was in Form eines Fisches daherkommt (im letzteren Fall hauptsächlich Schmuck), aber bei Guylian war es all die Jahre auch der Geschmack (die Konsistenz), und auch die Farbe (das Wellige, das Aneinanderübergehende), die mich dieser Schokolade hingezogen hatten. 

Mit meiner sich immer schärfenden Präferenz für die Bitterschokolade bin ich dann mit der Zeit von dieser mich auch namentlich ansprechenden Marke abgekommen und hier in Brüssel fällt sie für mich unter Industrieschoko - im Gegensatz zu der Auswahl artisanale...

Heute im Supermarkt wollte ich allerdings wieder mal eine kleine Packung auf meinem Schreibtisch haben für eine Weile und da griff ich zu dieser altgedienten Bekannten...

07 March 2011

spéculoos


Die beste Freundin von biscuits oder Süßigkeiten bin ich nicht, oder sagen wir so, ich geniesse sie in Maßen. Mir haben sie allerdings immer schon besser geschmeckt, die Spekulatien, wie Lebkuchen. Sind auch viel bekömmlicher. Und hier in Brüssel bekommt man sie fast immer zum Kaffee dazu. Dann gibt es auch Schokolade damit. Auch heiße Schokolade.

Eine große Auswahl findet man im schmucken Geschäft auf der schmucken Rue de Rollebeek auf dem Weg zum wahrscheinlich schönsten Platz Brüssels, Place du Grande Sablon: Biscuiterie Dandoy. Sie ist längst vorbei aber vor allem zu Weihnachtszeit geht es drinnen sehr stimmig zu, und wenn sie nicht so zerbrechlich wären, hätte ich sie mit nach Hause genommen, als Geschenk. Das ist nämlich genau wie man sich den Geschmack des Weihnachtens bei uns vorstellt.

Zum Abschied des Winters habe ich mir jetzt neulich eine Packung einfacherer Sorte gekauft, und werde sie täglich zu meinem Nachmittagskaffee genießen.

Und dann kommt Frühling.

28 February 2011

comme d'habitude

Mit diesen Worten der Verkäuferin von Neuhaus - praktischerweise gegenüber des Büros - nehme ich mir meine allnachmittagliche Praline entgegen.
Genaugenommen handelt es sich hier meistens um einen Truffe - amère, cognac, café und zu ganz besonderen Anlässen darf es auch ein marc de champagne sein.

Trüffel ist angeblich aus Not eines chocolatiers entstanden, der sich nicht dadurch blamieren wollte, indem er die ihm fehlenden Ingredienten für die gewöhnlichere Schokolade bei seinen Kollegen ausborgte. Und ja, der Name kommt aus dem "eigentlichen" Trüffel. Er nannte seine neue Erfindung nach dieser seltensten Sorte von Pilzen.

Neuhaus selber stammt aus dem Jahr 1857 und Jean Neuhaus, das Enkelkind des Gründers, wird als der Erfinder von der Praline vorgestellt. Aber das behauptet in der belgischen chocolatier-Szene, glaube ich, jeder von sich. Wir bleiben dran...

A la prochaine!