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27 May 2011

bruxelles jazz marathone

Bekanntlich bin ich Freitags für nicht viel zu haben, am wenigsten für lange Strecken, aber beim anbrechenden Sommer und bei der Wohnlage, da kommt einer ja alles vor die Haustür. So auch ein Marathon, nämlich der Brüsseler JazzMarathon.
Für den ersten Abend habe ich mir vom reichen Programm jegliches im Gehbereich bei mir, Nähe St. Gery, ausgesucht gehabt.  Nach einigem Ein- und Ausgehen auf dem Weg - es stellte sich auch heraus, dass das mit der Zeit nicht so genau genommen wird - landete ich gegen 10h beim Radio Muzak En Face.

Eine Ambiente, so wie ich sie mir nicht schöner hätte wünschen können. Eine belebte mittelgrosse Bar mit einem vierköpfigen belgischen (flämischen) Band, der an einem Eck die Leute mit den Rythmen der 50er und 60er (wo wahrscheinlich gerade mal ihre Eltern geboren wurden) zum Swingen bringt.

Dass eine alleine an der Bar sitzende Frau dann nicht durchgehend seine Ruhe hat, gehört dazu. Dass sie es dennoch schafft, alleine nach Hause zu gehen, das ist auch ein bisschen Sixties. Oder?

11 March 2011

évasion

...und schon wieder ein Freitag, und schon wieder eine Vernissage in the neighbourhood. Diesmal muss ich gar nicht einmal die fünf Schritte gehen, die letztes Mal nötig waren. Das Ganze findet nämlich unten bei mir in der Buchhandlung statt. Diese ist die kleinere Filiale vom Haupthaus ein paar Häuser weiter oben: évasions und einer der Gründe wieso ich überhaupt hier wohne.

Diese eine Filiale hat eine Verkäuferin ca. in  meinem Alter, eine bruxelloise, - wir grüßen uns immer und ich träume manchmal davon, sie zu sein. Wir wechseln hin und wieder auch ein paar Worte  - sowie auch gestern. Und nicht nur mit ihr - eine längere Konversation mit einem Kunstprofessor war gestern auch drin, die ich hauptsächlich deswegen führte, um mich meiner Französischkenntnisse zu vergewissern. Auf ein Essen danach mit ihm- soweit wollte ich mich dann doch nicht herauslehnen. Auf mich wartete eine weitere Übung im Fernsehen oben, und mein Stella Artois aus der Dose und meine Chips.

Nicht ohne meine Bibliothek um zwei zweisprachige Bücher erweitert zu haben, verabschiedete ich mich. Die Ausstellung selber war diesmal nicht im Mittelpunkt des Geschehens, ich muss in einer ruhigeren Minute wieder mal reingehen.

04 March 2011

ligne de temps

Freitag Abends bin ich gewöhnlich für sehr wenig zu haben, wenn überhaupt. Dennoch reizte mich Espace Magh in meiner unmittelbaren Nachbarschaft schon eine Weile... Und wie ich gestern sah, dass es eine Vernissage für 18:30 am Programm war, dachte ich mir, das ist die Gelegenheit.

Nach der Arbeit, und nachdem der Abfall vor die Haustür gestellt worden war (ja sie holen's dann ab am Abend, auch Dienstags das selbe Theater), ging ich die paar notwendigen Schritte und schon machte sich eine andere Welt auf. Ich meine damit gar nicht den maghrebanischen Raum, der sich mir erschloss, nein, der Ausstellungsraum, die Bilder hätten genauso in New York oder in Wien stehen bzw. von einer deutschen oder australischen Künstlerin gemalt worden sein. Es war die Begegnung mit der bildenden Kunst, die mir wieder mal gut tat.

Dabei wohne ich gegenüber Académie Royale des Beaux-Arts de Bruxelles, auf den ich vor allem aus der Dachterasse einen schönen Blick habe. Und genau da hat Amina Rezki auch studiert, die Gastgeberin der gestrigen Vernissage, Malerin des Bildnisses anbei "ligne rouge".