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02 October 2011

atomium

Es ist angeblich das Wahrzeichen Brüssels - angeblich, denn wenn man es nicht sucht und nicht mit Zeit und Mühe aufsucht, kann man das Zeichen auch schnell übersehen. Es sei allerdings erwähnt, dass Zeit und Mühe hier sehr relativ wären. In 20 Minuten zurückgelegte 12 U-Bahn-Stationen und  5 Minuten zu Fuss von der Innenstadt entfernt hat man den "EiffelTurm" von Brüssel vor sich. Zugegeben, die Ähnlichkeit beschränkt sich auf die Art und Weise der nächtlichen Beleuchtung. Allerdings, auch Atomium wurde im Rahmen einer Weltausstellung gebaut - allerdings ca. 70 Jahre später als La Tour,  im Jahre '58. Und nicht temporär, sondern gekommen um zu bleiben.

Ich meide touristische Hotspots mal eine Weile, wenn ich weiss, ich werde in einer Stadt eine längere Zeit als eine Woche verbringen (so war ich noch nicht im Louvre, aber auch lange weder in Stephansdom noch in Schönbrunn).

Diesen Sonntag war es dann aber soweit. Unsere AK feierte sein 20jähriges Bestehen in Brüssel und zu diesem Anlass sollte der gastronomische Teil der Feierlichkeiten nirgendswo geringer als in einer dieser berühmten Kugeln stattfinden. Es war sehr schön. Es hat mich sehr gefreut.

01 October 2011

nuit blanche

Es ist nicht zu unterschätzen: ich bin extra deswegen schon am Samstag Nachmittag aus Wien eingereist (und nicht wie normalerweise üblich erst am Montag Morgen).

Ich hatte von nuit blanche schon vorher gehört, aber im Pariser Zusammenhang, und siehe da, sowie vieles Andere sonst, gibt es auch davon eine brüsseler Variante. Einen brüsseler Ableger. (Und die lange Nacht der Museen in Wien ist eine andere aber eben ein bisschen eine "deutschere" Variante von dem Ganzen, zumal es eine "falsche" Nacht ist - bis 1 Uhr früh oder so. Hallo!)

Ich war dann - am Abend in Brüssel ankommend - sehr müde, so sehr, dass ich ohne Shoghers Anruf schwer zu bewegen gewesen wäre, aber es hat sich ausgezahlt.

Die Veranstaltungen waren nicht überall in der Stadt, sowie ich es mir dachte, sondern nur in meiner Nähe! : ) Also Börse, Pl. St. Catherine, etc. aber dafür wirklich in and out, überall! Das Photo oben ist aufgenommen von einer Einlage in der Vitrine von einem Geschäft, an dem ich immer vorbeigehe. Ansonsten waren Installationen fast überall, die schönste im Hof von De Markten. Und, ein Zugang zur Terasse von Beursschouwburg war der Bonus. Der Ausblick war stunning!

10 September 2011

walvis

...und diese Freske ist der Mehrwert auf dem Weg zu walvis.
Von Belga hatte ich schon berichtet, es ist der Klassiker. Aber es ist nicht einzigartig, denn ähnlich wie Belga gibt es einige Bars, Lokale, verstreut in ganz Bruxelles, die zum grössten Teil zum selben Typen gehören. Ja, jede Stadt hat so einen Gastronomen (in Paris der Typ von Le Petit Fer à Cheval, dem gleichzeitig u.a. La Belle Hortense gegenüber auf Rue Vieille du Temple, aber auch Les Philosophes weiter oben auf der Strasse gehören - detto in Wien die berühmte Schleifmühlgasse gehört zur Hälfte dem einen Typen).

Dazu zählen Maison du Peuple am schönsten Platz von Brüssel, aber auch walvis am Kanal am Ende der beiden schönen Strassen Rue des Flandres und Antoine Dansaert. Es ist ca. der selbe Stil vom Interieur her: lässig, aber nicht zu leicht, bobo aber auch eine Spur old-school.

Da ich meinen samstäglichen Ausflug normalerweise am Place St. Catherine am Nordzee beende, kostete es mir heute extra Mühe und Entschlossenheit, dahin zu gehen, aber es lohnte sich. Mit der Sonne auf der belebten Terasse, eingefangen von einer Bekanntin und ihrem Bekannten, führte ein Bier zum Anderen (meistens Vedett Extra Blanche mit einer Scheibe Zitrone), ein Gesprächsstoff zum Nächsten.

Und wir sind bei weitem nicht durch mit der "Kette". Bleiben Sie gespannt!

30 July 2011

der kanal

Neulich habe ich euch Näheres über den Brüsseler Kanal versprochen: Also machten sich Christoph und ich am Samstag nach dem üblichen täglichen Brot weiter nordwestlich auf den Weg, um diesen endlich zu entdecken.
Auf dem ersten Blick ist da nichts, rein gar nichts, das einem gefallen könnte. Es dauert allerdings nicht lang, bis man merkt, dieses Viertel wird es einmal - ganz ganz bald - boomen, in other words die Gentrifizierung ist vor der Haustür. Erstens, weil ihn von einer der schicksten Strassen Brüssels (Antoine Dansaert) wirklich nur mehr 100 Meter trennen, und dabei meine ich von dem schicksten Teil, denn eigentlich führen sowohl diese als auch Vlaamsesteenweg (mit dem Lieblingslokal eines gewissen österreichischen Schriftstellers Laboureur an der einen Ecke aber auch mit sonstigen sehr interessanten Lokalitäten, wie z.B. Le Pré Salé (eine edle Kantine mit guter belgischer Küche) oder auch Roskam (falls man mal bis in der Früh trinken und gute Musik möchte)) direkt zum Kanal.

Man merkt es auch an den wenigen aber doch vorausberechneten Designer-Dachausbauten, wie ein Nest oberhalb Gebäuden, das nicht gerade die gepflegteste Fassade aufweisen.

Nicht zuletzt auch an den Kränen rechts und links am Kanalufer. Ganz zufällig traf ich neulich auf so eine Seite, die dem Kränengeschehen einen Teil Hintergrund liefert.

Ganz nebenbei finden, wie überall in Brüssel, auch hier festivals statt, u.a. auch K-Nal [F]ESTIVAL oder aber der FilmFestival vom Cinéma Nova in der zweiten Augusthälfte. Auch walvis ist ein Grund, zu einer lebendigeren Jahreszeit, wieder mal einen Blick ans Ufer zu wagen.

Kanäle haben einen begrenzten Reiz auf mich - weder der Donaukanal noch Canal St. Martin sind meine Lieblingsspots in den entsprechenden Städten. Nichtsdestotrotz sind sie für genug Film-, bzw. filmreifes Material zu haben.

15 February 2011

grève

Wie ich neu war in der Stadt, also genaugenommen in meinen ersten zwei Wochen, bin ich immer zu Fuss in die Arbeit gegangen. Man ist motivierter, die Stadt ist neu, das Wetter noch halbwegs in Ordnung... Danach habe ich den direkten Bus zwischen Wohnung und Arbeitsstätte entdeckt und die Spaziergänge sind jetzt schöne Erinnerungen.

Heute, zurück aus Paris, ausgestiegen am Gare du Midi, wie ich die direkte U-Bahn zur Arbeit nehmen wollte, war ich von einer allgemeinen Sperre überrascht, und dachte zunächst an Bauarbeiten. Bis mir ein paar Beamte einen Entschuldigungszettel in die Hand drückten: Attestation de grève!

Gestern Abend sind angeblich zwei, einer davon ein U-Bahn-Lenker, ineinander geraten und das ganze STIB-Personal hat das zu Anlass genommen, durch einen quasi Generalstreik auf die fehlenden Sicherheitsmassnahmen für die MitarbeiterInnen der öffentlichen Verkehrsmittel hinzuweisen. Und zwar organisiert über Nacht! Und zwar einen ganzen Tag lang. Es soll sich inzwischen herausgestellt haben, dass der Fahrer als erster "zugeschlagen" hat, aber dennoch... (Und zwar, weil der eine Fahrgast seine Frage, wann er denn wieder fahren werde, sehr unfreundlich formuliert haben soll...)

Ich halte was von Streiks und wenn es dazu führt, dass ich wieder mal bisschen langsamer werde, umso mehr... Ich erinnere mich an das eine Mal in Wien, wo es einen Vormittag lang nichts gefahren war - es war fast eine festliche Stimmung. Der Grund kann natürlich keineswegs eine unfreundlich gestellte Frage sein. Es muss sich um was Anderes gehandelt haben. Und bis vor ein paar Jahren - die 1. Mai-Vormittage! Das waren Zeiten...

Ich habe ein Gefühl, hier in Brüssel wird es nicht bei diesem einen Mal bleiben.

14 February 2011

thalys

Es ist nicht selbstverständlich, aber es ist sehr erfreulich, dass ich - nach meiner Eröffnung in August, diese Stadt, Paris, öfter aufsuche. Deshalb war es eine meiner ersten "Anschaffungen" eine quasi Vielfliegerkarte für die nicht einmal eineinhalbstündige Strecke Bruxelles-Paris. Ich bekomme auch Besuch aus Paris ziemlich oft. Am öftesten sind allerdings diese roten Rosen unterwegs im Zug. Ich bekomme sie jedes Mal wenn er mich besucht. Ich bekomme sie auch dann, wenn ich ihn besuche, und darf sie mit nach Hause nehmen - die zweite entsprechende Anschaffung: die perfekt für diese langen schönen roten Rosen angeschaffene Vase, die bei mir zu Hause nie leer bleibt. Auch heute Abend mache ich mich auf den Weg: nach Paris. Für eine Nacht. Das ist Luxus pur, würde ich sagen, aber es ist auch Liebe dabei mit im Spiel. Was soll's? Happy Valentine's Day!

13 February 2011

sonntags nach süden

Wie erwähnt, als Gewohnheitstier, kehre ich auch sonntags immer wieder an die selben Orte zurück. Diesmal mache ich mich auf den Weg Richtung Süden.

Dazu kommt, dass ich aus meinen Wiener Zeiten ein bisschen geschädigt bin, was die Sonntage anbelangt, wo an diesem Tag der Woche die ganze Stadt auszusterben oder ans Land auszuwandern scheint. Umso mehr reizt mich die Lebendigkeit des Gare du Midi, mit ihrem Markt, mit ihren Salons de Thé und das alles von mir nicht einmal 10 Minuten zu Fuss entfernt.

Überhaupt gehören Märkte und Sonntage in den Köpfen der Menschen hier zusammen, genauso wie in Paris. Und ich muss sagen, ich bin überhaupt von jedem Geschäft, das sonntags offen hat, ein bisschen fasziniert: meine Buchhandlung unterhalb, überhaupt im selben Haus wie ich also, ist ebenso einladend -, die nach all den Lebensmitteleinkäufen, ebenso ein zusätzliches Futter für den Geist und die Seele liefert. Die Seele, die spätestens Sonntag Abends zur Einsamkeit und der verschobenen Montagsdepression verdammt ist. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

08 February 2011

...a'int no sunshine.

"...vom Wasser und Wetter" soll die Eröffnung berichten.

Brüssel ist berühmt für ihre Regentage. Heute allerdings, s. iPhone Wetter App nebenan, ist es - genauso wie gestern übrigens - blendend sonnig hier. Aus einem Bürozimmer aus macht es zwar wenig Unterschied, dennoch wollen wir sie mal festhalten - die Sonne, die Ausnahme zum Regen.

...und das Wasser - das Trinkwasser sei gemeint -ist extrem kalkhaltig. Man kann es direkt aus dem Wasserhahn trinken, ja - aber spätestens beim Teekochen will man sich so einen Filter zulegen. Habe ich auch, und zwar auf einer vorweihnachtlichen Einkaufstour in Paris.