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02 October 2011

atomium

Es ist angeblich das Wahrzeichen Brüssels - angeblich, denn wenn man es nicht sucht und nicht mit Zeit und Mühe aufsucht, kann man das Zeichen auch schnell übersehen. Es sei allerdings erwähnt, dass Zeit und Mühe hier sehr relativ wären. In 20 Minuten zurückgelegte 12 U-Bahn-Stationen und  5 Minuten zu Fuss von der Innenstadt entfernt hat man den "EiffelTurm" von Brüssel vor sich. Zugegeben, die Ähnlichkeit beschränkt sich auf die Art und Weise der nächtlichen Beleuchtung. Allerdings, auch Atomium wurde im Rahmen einer Weltausstellung gebaut - allerdings ca. 70 Jahre später als La Tour,  im Jahre '58. Und nicht temporär, sondern gekommen um zu bleiben.

Ich meide touristische Hotspots mal eine Weile, wenn ich weiss, ich werde in einer Stadt eine längere Zeit als eine Woche verbringen (so war ich noch nicht im Louvre, aber auch lange weder in Stephansdom noch in Schönbrunn).

Diesen Sonntag war es dann aber soweit. Unsere AK feierte sein 20jähriges Bestehen in Brüssel und zu diesem Anlass sollte der gastronomische Teil der Feierlichkeiten nirgendswo geringer als in einer dieser berühmten Kugeln stattfinden. Es war sehr schön. Es hat mich sehr gefreut.

12 September 2011

eu-leaks

Das gehört zum Ritual. Es gibt kein Dokument, auf das man nicht heiss wartet, das dann vor seiner Zeit und durch eine informelle Quelle publik gemacht wird - also nicht wirklich publik, sondern unter der Hand verbreitet. Wie gesagt, ich glaube, das gehört inzwischen zu den Usancen hier in den EU-Kreisen, ça fait parti de bureaucratie même, non?

So fange ich meine Woche mit der Lektüre eines Briefs, unterzeichnet (ja vielleicht sogar verfasst) vonseiten zweier Finanzminister, gar der wichtigsten in der EU, Schäuble und Baroin (ja, so heisst der Nachfolger von Madame Lagarde) gerichtet an die Europäische Kommission über die Einführung einer europäischen Finanztransaktionssteuer. Kaum hatte sich die Nachricht über Reuters verbreitet, dass es diesen Brief gibt, dauerte es keine Stunde, dass der Brief in meiner Mailbox gelandet ist, sehe ich - am Freitag Abend (der Grund, wieso ich ihn erst jetzt lese). Da beziehen sich die beiden auf den legislative proposal von der Kommission, das in the pipeline steckt und zeigen den Weg, präsentieren ihre Vorstellung der Dinge. Und ich muss Ihnen gar nicht sagen, dass wir von dem (ok, einer Vorversion dessen) auch schon einen Vorabdruck in der Hand haben, oder?

07 September 2011

abbreviations

I am writing a SG report on FTT and on further projects we have as EFFR. This should be a report a little less elaborate than the one we have written for AGA, btw overlapping with the AGM of Finance Watch in June, but still... There has been some remarkable developments over the second half of August both in the EU and on the part of IMF. At least FAT is getting less and less credit - to achieve that had become part of the mission on the way. Further we have now MiFID to deal with, not to name the CRD IV and CRAs. We have some MEPs on our side, but real intelligence is to find in the DGs, to lobby the right, to place the amendments on the right time in the right place.

Strengthened through new members like eg4health and ACV-CSC next to AK, ÖGB, DGB, ETUC, EPSU, FEPS, PES, FGTB-ABVV, CNCD, etc we will launch into the new trimester with full energy. For now, I am just missing one bit: where GMB comes from, and what it stands for. The rest will flow...

ps: To all this pleasure please add the game of "verlan" our friends from La France enjoy playing: Guess what UE, FMI, ONU and OTAN stand for! Yes, and TTF. If having a hard time, just read them the other way around!

24 August 2011

rue du midi

Rue du Midi war mir schon bei meinem ersten Brüssel-Aufenthalt aufgefallen. Egal wo ich hinwollte, im Zentrum der Stadt, landete ich auf dieser Strasse. Ich erkannte sie an der Buchhandlung mit den tollen Bildbändern in der Vitrine (Bibliopolis - von dem es mehrere gibt übrigens) und Zufälle wollten es dass ich direkt oberhalb von einem ähnlichen Buchgeschäft  auf dieser Strasse meine Wohnung fand. 

Rue du Midi fängt bei der Börse an und geht bis zu Place Rouppe, wo sie dann zu Avenue de Stalingrad wird und uns bis Gare du Midi und seiner Umgebung führt. Auf der anderen Seite der Börse wird sie Rue Neuve und zu einer Einkaufsstrasse wie eine Mischung aus Mariahilfer und Kärntner - diese wiederum führt bis zu Rogier, benannt auch Manhattan von Bruxelles mit seinen paar Hochhäusern, u.a. mit dem EGB- und IGB-Gebäude. Also, wenn Sie so wollen, verbindet Rue du Midi im weiteren Sinne New York mit Marokko, ja!

Im engeren Sinne befindet sich hier alles was das Herz begehrt. Zum Essen eine grosse Auswahl (vom in Brüssel gar nicht so präsenten Türken über die nach dem Ausgehen ziemlich beliebteste Frittenbude bei der Börse bis zum Thailänder Le Lotus Bleu - im Bild -, wo ich gerade eine schöne Portion dim sum bezog), zum Anziehen über Vintage bis zu Le Petits Riens aber auch wassalon, fromagerie, Zubehör für gleichgeschlechtliche Liebe, und, und, und...

Ja, eine Seitenstrasse öffnet sich zum Schwulenviertel, eine andere über Manneken Pis zum Grand Place, eine andere wiederum zu Marolles...

My point being: Alle Wege führen nach Süden und der Süden wiederum macht so viele neue Welten auf. Es ist herrlich!

27 July 2011

la senne

Von der Brüsseler Brauerei Brasserie de la Senne hatte ich schon mal gesprochen. Neulich fiel's mir bei einem Schluck aus dem Hause wieder ein: damals dachte ich nicht genau über die Namensähnlichkeit nach, aber Senne ist quasi la Seine von Brüssel, also der Stadtfluss. Sieht man ihn irgendwo? Diese Frage ist eher mit "Nein!" zu beantworten... Ausser...
Ausser, man sucht ihn. Es ist ein Geheimtipp, hinter den Halles St. Gery durch einen Hof und man beugt sich über ein Geländer und schon sieht man ihn, den Fluss. Erinnert mich auch ein bisschen an den Wienfluss - mit seinem Ursprung im Stadtpark (den ich im Rahmen eines gewissen Flussfestes gegen Entgelt entdecken durfte). Ansonsten ist allerdings, im Unterschied zu Wien, in Brüssel von diesem Fluss kein weiteres Stück mehr zu sehen - eine schnelle "Recherche" brachte Beachtliches ans Tageslicht, das die Autorin dieser Zeilen auch erst gleichzeitig wie ihre LeserInnen studieren wird.

Im Übrigen gibt es auch einen Kanal, den ich noch entdecken muss. Der ist bissl weiter als der Fluss, aber beachtlich länger. Bleibt d'ran!

19 July 2011

konzert zu mittag

Mit theorethisch(!) anbrechendem Sommer ist in Bruxelles auch weniger los - weniger, was das Arbeitsleben betrifft. Das Angebot an Unterhaltung passt sich daran an, und erweitert sich auch auf die Tageszeit.

In diesem Zusammenhang werden den ganzen Sommer lang Konzerte zu Mittagszeit angeboten. Heuer übrigens zum 25. Mal! Früher  im Freien, heuer zum ersten Mal im königlichen Konservatorium. Passt auch viel besser zum Wetter, obwohl ein bisschen frische Luft in der Mittagspause, egal wie kalt es draussen ist, ja niemandem schaden könnte.

Die Premiere haben heute Barbara und ich mit Barockmusik aus Portugal gemacht. Bei voll ausverkauftem Saal. Wirklich eine Marktlücke, so eine mittägliche Ohrenschmause, man merkt es. Nahrung für die Seele in der Mittagspause ist nicht bei wenigen angesagt.

06 July 2011

haus niederösterreich

Heute war ein Empfang im Hause Niederösterreich (übrigens im selben Gebäude wie mein Arbeitsplatz, also hatte ich es nicht weit), und ein anderes Mal im Haus Wien. Immer mit einem Thema kombiniert (einmal eine Vernissage einer ehemaligen Mitarbeiterin, einmal einfach der jährliche HeurigenEmpfang), sind diese Einladungen dazu da, das Stück Land in Brüssel - will heissen in Europa - besser bekannt zu machen. Dass zu diesen Empfängen eher die Lokalbevölkerung (also eher ÖsterreicherInnen) kommen, um ihr Heimweh ein Stück zu lindern, soll mal beiseite gelassen werden.

Ich habe gehört, Österreich soll mit jedem einzigen Bundesland, somit am besten, vertreten sein - sogar besser wie Deutschland (bis jetzt war ich nur  im Haus Rheinland-Pfalz). Dabei fragen sich meine deutschen Kollegen und Bekannten, woher diese Eifer kommt und dass wir ja gar kein föderalistisches Land wären wie sie, wieso diese Zersplittertheit... Ich habe keine klaren Antworten, und das Ganze ist ja sowieso ein smalltalk und darf gar nicht in den tiefgründigsten Analysen ausarten. :)

30 June 2011

les ateliers des tanneurs

An diesem heutigen Tag wurde Finance Watch gegründet. Und diese Gründung fand zum Glück nicht schon wieder im Parlament oder in einer ähnlichen location statt, sondern in den von mir sehr beliebten, immer wieder von aussen bewunderten Ateliers des Tanneurs.

Im Moment als Veranstaltungssaal benutzt, war dieses Gebäude mal eine Weinlagerhalle. Es befindet sich bei mir auf dem Weg zum Jeu de Balle. Die schöne Fassade am Bild verrät diese ehemalige Funktion des Gebäudes mit den Schildern von den berühmtesten Regionen in der Gegend, von denen die Namen immer für einen guten Tropfen stehen, wie z.B. Reims.

Champagne hat es zur Feier des Tages nicht gegeben, dennoch verspricht sich der Tag, ein historischer zu werden. Hoffentlich werden wir es gemeinsam sehen und erleben.

29 June 2011

mundoB

Heute war der erste Teil der Annual General Assembly von SOLIDAR, und das fand in einem passenden Haus statt, im mundoB.  Passend, weil dieses Haus ebenso eine Initiative von NGOs ist und eins der nachhaltigsten Häuser in ganz Brüssel, mit allem drum herum - und nicht nur mit dem selbstverständlichen öko-Garten und fairtrade-Kaffee und -Saft. Auch Strom- und sonstige Verhältnisse wurden hier bei der Bau angeblich nach ihrer Umweltverträglichkeit überprüft. Es ist auch in der Vergangenheit für unsere EU FTT-Treffen mit NGOs ein beliebter Ort gewesen oder aber auch für AlterEU LobbyingDurchschauWorkshops... Bin also immer wieder hier, und immer wieder gern hier.
...und politisch korrekter geht es kaum... Ich übernehme allerdings keine Haftung, falls da doch irgendwie Atomstrom mit im Spiel ist. Man weiss nie!

29 May 2011

micro marché


Im Rahmen des Brüsseler JazzMarathons, da ist auch Movses mit seiner Truppe aufgetreten - anbei ein Ausschnitt aus ihrer Musik - (zwar als Trittbrettfahrer, da zu der Zeit des DatumFestlegens sie von dem Rahmenprogramm nicht wussten, aber dennoch...), und da hatten sie sich als Location Micro Marché ausgesucht gehabt. Da war ich schon einmal für ein erstes Treffen mit einem Kampagnenpartner im November und es wirkte ungezwungen, was mich freute, und fast alternativ, wenn auch die Küche nicht gerade reich.

In einem Innenhof und mit einem Konzertsaal, versteckt ganz hinten am Place St. Catherine - genaugenommen am Quai au Bois à Brûler - ist dieser Ort eine kleine Oase. Wie der Name verspricht, soll er in sich auch einen Markt beherbergen irgendwo - den habe ich allerdings bis jetzt nie persönlich erwischt.

Nicht weit weg liegt auch eine Bar, die ich am selben Abend entdecken durfte, Roskam, wo wir den Abend beendet haben. Als Alternative zu Monk, sehr akzeptabel. Monk kennen wir alle, oder?

05 May 2011

parvis de st. gilles

Es ist eins der schönsten Plätze von ganz Bruxelles. Das kann man einmal schnell sagen über Parvis de St. Gilles.

Zum ersten Mal kam ich auf diesen Platz wieder mal über meine erfahrene Freundin Suna (und ihren Gatten Klaus) an einem schon fast dunklen Herbstnachmittag, wie wir uns bei Maison du Peuple trafen. Damals dachten wir uns, Patrick und ich, ein wunderschöner Platz, wir müssen den ganzen Frühling dann hier verbringen.

Es kam dann doch nicht so, sondern ich brauchte wieder mal einen Arbeitstermin - bei 11.11.11, um wieder herzufinden. An einem frühen Frühlingsmorgen - wo der Markt beim Aufbau war - überhaupt meine Lieblingszeit von einem Markt. Ein guter starker Kaffee beim Marokkaner und ein jeder Arbeitstag kann kommen...

08 April 2011

place de londres

Gestern auf dem Weg zu einem Treffen bei PES, an diesem sonnigen Nachmittag - beim ING-Park, wie wir ihn unter uns im Büro nennen, dann an vergel vorbei, wo ich jeweils schon einmal im Rahmen meinen lunch-Experimenten vorbeischaute (und relativ zufrieden war), entdeckte ich den ultimate place zum Mittagessen, aber auch für afterwork: Place de Londres. Na ja, glaubte ich zumindest, gefunden zu haben.

Heute, ungeduldig hingetrabt, fand ich zwar den Platz weiterhin wunderschön - mit vielen vielen - ganz wichtig - geschmacksvollen Tischen und Stühlen, etc. Dennoch kam ich darauf, dass die Inhaber dieser Terassenmöbeln, also die Restaurants, irgendwie nicht so das tollste Essen anbieten, oder die grösste Auswahl. Wo ich mich hinsass, zB, bei les filles de la place hatte es ganz genau drei thailändische Gerichte zur Auswahl gegeben, alle zum selben überteuerten Preis und beim nicht gerade zügigen Service. Dazu kommt, dass sich da eine Schule befindet und der halbe Platz mit pubertierenden Menschen gefüllt ist, die an ihren sandwiches mampfen und gerade an so einem Frühlingstag nicht ganz ruhig herumstehen. Irgendwann läutete dann die Schulglocke unüberhörbar, und auch für mich war es da Zeit zurück ins Büro zu gehen. Ich werde dem Platz eine zweite Chance zu frühen Abendstunden an einem anderen Tag geben. Vielleicht bin ich da selber auch ein bisschen besser drauf.

23 March 2011

marché du place du chatelain

Nach einer langen Sitzung, vor allem bei so einem schönen Wetter - da gönnt man sich dann eine Mittagspause in der Sonne und die darf auch ein bisschen länger dauern, als die knappe halbe, drei Viertel Stunde, die man sich sonst nimmt. So dachte ich mir, und nachdem es diesen einen Markt am Place du Chatelain, den ich immer schon besuchen wollte, nur Mittwochs nachmittags gibt, habe ich mich in den Bus gesetzt und habe mich ins Innere von Ixelles begeben.

Es ist eine Oase mitten in der Stadt, und die Pause war eine Oase mitten in meinem Tag. Ein herkömmlicher Markt, der auch durch seine Stände mit sofort verzehrbaren Lebensmitteln lockt: vom marokkanischem Couscous zu fusion streetfood, wie wir sie letztendlich zu uns genommen haben. Die Entscheidung war schwer, dennoch ganz einfach: man setzt sich an den ersten freien Platz hin. Und fertig!

Nachtrag am 24. August: Stellt sich heraus, dieser Markt ist   d e r   mittwöchliche Apero-Treffpunkt. Also habe ich mich gar nicht zu Mittag hin beeilen müssen, denn losgelegt wird so ab dem frühen Abend, so ab 18:30, wo es den Markt immer noch gibt und dazu Stände, wo Wein ausgeschenkt wird und Häppchen von chorizo als amuse bouche verkauft... Auch nach dem Markt bleiben diese Stände bestehen, und die Menschen auf der Strasse. Wortwörtlich. Terassen und Gehsteige reichen nicht aus, Autos werden beraten, die Gegend zu umfahren, es ist ein Fest!

17 March 2011

norman chomsky

Genau vor zwei Jahren kam er in meinen Notizen in Zusammenhang mit Brüssel vor, und jetzt war er höchstpersönlich in der Stadt. Seinem Besuch gingen keine großartigen Ankündigungen voraus; ich nehme an, man wollte noch eine größere Menschenmenge wie sie sowieso schon da war vermeiden. Ich ging ihn mir an seinem zweiten Auftrittstag im Théâtre National de la Communauté Wallonie-Bruxelles anhören. Zumal ich mir auch die Stätte anschauen wollte.

Davor gönnte ich mir unterwegs im Café L'Entracte einen leichten Schluck (Primus - wässriger geht kein Bier mehr), hauptsächlich weil der Name zum Konzept passte. Chomsky selber war nicht weltbewegend, allerdings unspannend war die Diskussion mit zwei ihm zur Seite gestellten belgischen Professoren auch wieder nicht. Den Abend, die Zeit in der Warteschlagen davor, überhaupt den Arbeitstag, der hinten dranhing, habe ich dann beim Houtsiplou bei einem gescheiteren Schluck - Zinne Bir direkt aus dem brüsseler Hause Brasserie de la Senne -  und der Lektüre "What We Say Goes" heruntergespült.

01 March 2011

bildungslücke

Also, es ist wirklich nicht das, was ich mir von dem vergangenen Abend mit nach Hause nehmen sollte, aber es ist wie es ist. Kaum kommt eine Gruppe von Menschen zusammen, die englisch nicht als ihre Muttersprache sondern als die einzige Gemeinsame teilen - das kann sein in einer mehr oder weniger politisch engagiertem Kreis, und die Stunde ist spät und die Gläser weisen immer mehr Finger- und Lippenspuren auf, als sie Wein beinhalten, höre ich unbedingt irgendwann das Stichwort Life of Brian. Ja, richtig erraten: von Monty Python.

Ich, meinerseits, habe mir in meinen englischen Jahren an Fernsehabenden eher Men Behaving Badly angeschaut - das kennen aber nur Engländer, und Yes, Minister! - davon will man in parlamentarisch politischen Kreisen eher Abstand halten.

Gut, ich gestehe, es muss sich hier um eine Bildungslücke meinerseits handeln, wenn sogar South Park denen eine Folge widmet - die zu schliessen ich spätestens hier in Brüssel gezwungen sein werde (nach dem Kalkül: je mehr ähnliche Zusammenkünfte, desto öfter Monty Python-Gerede) aber diesen Monopol-Platz, den sie in smalltalks belegen, geht mir schon ziemlich auf die Nerven. The Onion hat total Recht!

25 February 2011

petition repetition

Eine Unterschrift ist eine wertvolle Sache. Die setzt man nicht überall hin. Zumindest nicht die Wirkliche. Online - da geht es ein bisschen leichter.

Ich habe zum Beispiel in den letzten 24 Stunden einen Aufruf um die Einfrierung von Mubaraks Konten, da sein Vermögen ein durch vom Volk gestohlenes sei; dann ein "No New Corporate Privileges - Change EU Investment Policy Now!", da eine neue Regelung es den transnationalen Unternehmen erlaubt, Staaten wegen ihrer öffentlichen Politik zu klagen; und zu guter Letzt für unsere eigene Kampagne unterschrieben, wo wir EU-Abgeordnete dazu aufrufen, die Einführung einer Finanztransaktionssteuer auf europäischer Ebene zu unterstützen, und in ihren Aussagen nicht auf die "weltweite Einführung" auszuweichen...

Der Haken an der Sache ist, dass diese Unterschriften je öfter - und dadurch einfacher - sie verteilt werden (und hier in Brüssel ist die inflationäre Einsetzung dieses Mittels deutlich spürbar), umso weniger wirksam sind. Gut, es setzt ein Zeichen und die Politiker fühlen sich dadurch vielleicht ein bisschen kontrolliert, aber tatsächlich bindend ist das Ganze nicht. Politische Partizipation ist eine gute Sache, ich bin aber eher für die Strasse, wo die Massen tatsächlich etwas kippen können. Und, no na, für einen Staat und ihre Mitarbeiter, die nicht ständig auf ihre Aufgaben hingewiesen werden müssen.

24 February 2011

lunch break

Es ist ein Kontrastprogramm. Ein Kontrastprogramm zu dem, was in Wien tagtäglich in der Betriebsküche mit einem Spitzenkoch an der Spitze hergezaubert und aufgetischt wird.
Hier darf ich davon träumen.
Ich blättere das Doppelte hin für ein Essen in Kühlregalen und diversen Plastik- oder Styroporschalen, die o.k., nicht schlecht schmecken, aber...

Gut, dafür habe ich andere Freiheiten. Erstens gehe ich nicht immer bei der selben Kette einkaufen (obwohl die sich als eine der Besseren erwiesen hat), sondern hin und wieder auch richtig essen - mit einem Kollegen oder mit einer Freundin.

Zweitens, und das schlägt alles, muss ich mein Mittagessen nicht zu früher Morgenstunde, also 11:30 zu mir nehmen, sondern kann das auch um 14:30, wo ich tatsächlich Hunger habe.

10 February 2011

cartes de visite

Gestern habe ich wieder meine Kollektion erweitert - um zwei Visitenkarten.

Das gehört zum Arbeitsleben dazu, und zu Brüssel sowieso. Wenn ich nur noch das Geschick beherrschen könnte, eine Visitenkarte so elegant wie möglich aus den Tiefen meiner Tasche zu meinen Fingerspitzen und meinem Gesprächspartner unter die Nase zu zaubern...

Bevor ich sogar einen Abstellplatz für mein Weinglas gefunden habe, habe ich die Karte meines Gegenübers schon in der Hand. Haben sie das die ganze Zeit in der Hosentasche gehabt, oder schütteln sie sie aus ihren Ärmeln immer aus? Keine Ahnung! Es geht bei den anderen immer ungemerkt und schnell.

Zum Glück habe ich so eine beeindruckende Signatur, und kann mich dann durch eine eMail reüssieren. Ist heutzutage auch viel nachhaltiger als ein gedrucktes Papier.