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06 October 2011

avec papiers

Eine gute Integration läuft über die Ämter. Nein, ich meine nicht die ganzen fehlbesetzten Staatssekretariate dafür, ich meine schlicht die Behördenwege, die mit Geduld und in Demut zurückgelegt werden müssen, bevor man in einem Land richtig ankommt.

Ich lege das natürlich der Einheimischen des Landes auch sehr ans Herz. So ist es nicht.

In Brüssel, merke ich, ist der Weg zu einem Aufenthaltstitel ein bisschen bodenständiger und weniger kompliziert organisiert. (Ich vergleiche mit Wien, wie üblich.) Man begibt sich dafür übrigens nicht in ein nur für ausländische MitbürgerInnen vorgesehenes Gebäude, sondern dorthin wo Einheimische ebenfalls sind, um ihre Reisepässe renovieren zu lassen oder Führerscheine auszustellen. Das Ganze ist also wie eine Mischung aus Magistrat und die MAs, und der Weg zu einem Meldezettel läuft auch erst über den Aufenthaltstitel... Die Trennung ist eher zwischen Commune und Region hierzulande - in meinem Fall heisst beides Bruxelles.

02 October 2011

atomium

Es ist angeblich das Wahrzeichen Brüssels - angeblich, denn wenn man es nicht sucht und nicht mit Zeit und Mühe aufsucht, kann man das Zeichen auch schnell übersehen. Es sei allerdings erwähnt, dass Zeit und Mühe hier sehr relativ wären. In 20 Minuten zurückgelegte 12 U-Bahn-Stationen und  5 Minuten zu Fuss von der Innenstadt entfernt hat man den "EiffelTurm" von Brüssel vor sich. Zugegeben, die Ähnlichkeit beschränkt sich auf die Art und Weise der nächtlichen Beleuchtung. Allerdings, auch Atomium wurde im Rahmen einer Weltausstellung gebaut - allerdings ca. 70 Jahre später als La Tour,  im Jahre '58. Und nicht temporär, sondern gekommen um zu bleiben.

Ich meide touristische Hotspots mal eine Weile, wenn ich weiss, ich werde in einer Stadt eine längere Zeit als eine Woche verbringen (so war ich noch nicht im Louvre, aber auch lange weder in Stephansdom noch in Schönbrunn).

Diesen Sonntag war es dann aber soweit. Unsere AK feierte sein 20jähriges Bestehen in Brüssel und zu diesem Anlass sollte der gastronomische Teil der Feierlichkeiten nirgendswo geringer als in einer dieser berühmten Kugeln stattfinden. Es war sehr schön. Es hat mich sehr gefreut.

01 October 2011

nuit blanche

Es ist nicht zu unterschätzen: ich bin extra deswegen schon am Samstag Nachmittag aus Wien eingereist (und nicht wie normalerweise üblich erst am Montag Morgen).

Ich hatte von nuit blanche schon vorher gehört, aber im Pariser Zusammenhang, und siehe da, sowie vieles Andere sonst, gibt es auch davon eine brüsseler Variante. Einen brüsseler Ableger. (Und die lange Nacht der Museen in Wien ist eine andere aber eben ein bisschen eine "deutschere" Variante von dem Ganzen, zumal es eine "falsche" Nacht ist - bis 1 Uhr früh oder so. Hallo!)

Ich war dann - am Abend in Brüssel ankommend - sehr müde, so sehr, dass ich ohne Shoghers Anruf schwer zu bewegen gewesen wäre, aber es hat sich ausgezahlt.

Die Veranstaltungen waren nicht überall in der Stadt, sowie ich es mir dachte, sondern nur in meiner Nähe! : ) Also Börse, Pl. St. Catherine, etc. aber dafür wirklich in and out, überall! Das Photo oben ist aufgenommen von einer Einlage in der Vitrine von einem Geschäft, an dem ich immer vorbeigehe. Ansonsten waren Installationen fast überall, die schönste im Hof von De Markten. Und, ein Zugang zur Terasse von Beursschouwburg war der Bonus. Der Ausblick war stunning!

10 September 2011

walvis

...und diese Freske ist der Mehrwert auf dem Weg zu walvis.
Von Belga hatte ich schon berichtet, es ist der Klassiker. Aber es ist nicht einzigartig, denn ähnlich wie Belga gibt es einige Bars, Lokale, verstreut in ganz Bruxelles, die zum grössten Teil zum selben Typen gehören. Ja, jede Stadt hat so einen Gastronomen (in Paris der Typ von Le Petit Fer à Cheval, dem gleichzeitig u.a. La Belle Hortense gegenüber auf Rue Vieille du Temple, aber auch Les Philosophes weiter oben auf der Strasse gehören - detto in Wien die berühmte Schleifmühlgasse gehört zur Hälfte dem einen Typen).

Dazu zählen Maison du Peuple am schönsten Platz von Brüssel, aber auch walvis am Kanal am Ende der beiden schönen Strassen Rue des Flandres und Antoine Dansaert. Es ist ca. der selbe Stil vom Interieur her: lässig, aber nicht zu leicht, bobo aber auch eine Spur old-school.

Da ich meinen samstäglichen Ausflug normalerweise am Place St. Catherine am Nordzee beende, kostete es mir heute extra Mühe und Entschlossenheit, dahin zu gehen, aber es lohnte sich. Mit der Sonne auf der belebten Terasse, eingefangen von einer Bekanntin und ihrem Bekannten, führte ein Bier zum Anderen (meistens Vedett Extra Blanche mit einer Scheibe Zitrone), ein Gesprächsstoff zum Nächsten.

Und wir sind bei weitem nicht durch mit der "Kette". Bleiben Sie gespannt!

01 September 2011

sel de céleri

Ja, was soll denn das, könnte man meinen. Wenn man zum ersten Mal davon hört, oder es zum ersten Mal sieht. Weniger, wenn man's zum ersten Mal schmeckt - denn der Geschmack ist kein unbekannter - den von Sellerie eben. Und von Salz. Man muss den subtilen Geschmack von diesem nicht ganz subtilen Gemüse eben mögen klarerweise, aber wenn man mal daran gewöhnt ist - z.B. die Käsestücke von Belga (die man zum köstlich erfrischenden Weissbier dazubestellen muss) in dieses Salzgemisch hineinzutunken, dann wird man sogar fast süchtig.

Ok, ich übertreibe ein bisschen... Auf jeden Fall habe ich diese Mischung (sowie den Kräutersalz eher im deutschprachigen Raum) hier in Brüssel kennen- und liebengelernt. Kann man warscheinlich auch in die Suppen und diverse Gerichte geben, wenn man mal keine frischen Selleriewurzeln finden soll.

27 August 2011

cinematek

Bis jetzt war ich in Bruxelles zwar nicht so oft im Kino - wirklich ca. einmal monatlich - dennoch in diversen Kinosälen, wie in von einer Sperre bedrohtem Arenberg (u.a. Biutiful, oder aber auch Mardi après Noël mit Francis), in zu zentral und umso überraschend kleinem Actor's Studio auf Rue des Bouchers (Pourquoi tu pleures? mit Julie), in Flagey (Kontakthof mit Suna). Weiters muss ich gestehen, zwei Mal (und zufällig beide Male für Woody Allen, und ich glaube einmal für Brüno, wieder mit Suna und Klaus) in einen Cineplexxx(!?) gegangen zu sein - in den bei mir in der Nähe, UGC De Brouckere.

Wie auch immer, Cinematek, quasi das Filmmuseum von Brüssel, war lange auf meiner Liste und obwohl so nah, hatte ich es lange nicht hingeschafft. Mit einer aussergewöhnlichen programmation kann man in diesem Kino jeden Tag fündig werden und das zu einem Spottpreis von € 3,--! Die Premiere habe ich mir, auf Patricks Empfehlung, mit Brazil gegeben. Un film extraordinaire aus den 80ern, den ich allen empfehlen kann...

24 August 2011

rue du midi

Rue du Midi war mir schon bei meinem ersten Brüssel-Aufenthalt aufgefallen. Egal wo ich hinwollte, im Zentrum der Stadt, landete ich auf dieser Strasse. Ich erkannte sie an der Buchhandlung mit den tollen Bildbändern in der Vitrine (Bibliopolis - von dem es mehrere gibt übrigens) und Zufälle wollten es dass ich direkt oberhalb von einem ähnlichen Buchgeschäft  auf dieser Strasse meine Wohnung fand. 

Rue du Midi fängt bei der Börse an und geht bis zu Place Rouppe, wo sie dann zu Avenue de Stalingrad wird und uns bis Gare du Midi und seiner Umgebung führt. Auf der anderen Seite der Börse wird sie Rue Neuve und zu einer Einkaufsstrasse wie eine Mischung aus Mariahilfer und Kärntner - diese wiederum führt bis zu Rogier, benannt auch Manhattan von Bruxelles mit seinen paar Hochhäusern, u.a. mit dem EGB- und IGB-Gebäude. Also, wenn Sie so wollen, verbindet Rue du Midi im weiteren Sinne New York mit Marokko, ja!

Im engeren Sinne befindet sich hier alles was das Herz begehrt. Zum Essen eine grosse Auswahl (vom in Brüssel gar nicht so präsenten Türken über die nach dem Ausgehen ziemlich beliebteste Frittenbude bei der Börse bis zum Thailänder Le Lotus Bleu - im Bild -, wo ich gerade eine schöne Portion dim sum bezog), zum Anziehen über Vintage bis zu Le Petits Riens aber auch wassalon, fromagerie, Zubehör für gleichgeschlechtliche Liebe, und, und, und...

Ja, eine Seitenstrasse öffnet sich zum Schwulenviertel, eine andere über Manneken Pis zum Grand Place, eine andere wiederum zu Marolles...

My point being: Alle Wege führen nach Süden und der Süden wiederum macht so viele neue Welten auf. Es ist herrlich!

30 July 2011

der kanal

Neulich habe ich euch Näheres über den Brüsseler Kanal versprochen: Also machten sich Christoph und ich am Samstag nach dem üblichen täglichen Brot weiter nordwestlich auf den Weg, um diesen endlich zu entdecken.
Auf dem ersten Blick ist da nichts, rein gar nichts, das einem gefallen könnte. Es dauert allerdings nicht lang, bis man merkt, dieses Viertel wird es einmal - ganz ganz bald - boomen, in other words die Gentrifizierung ist vor der Haustür. Erstens, weil ihn von einer der schicksten Strassen Brüssels (Antoine Dansaert) wirklich nur mehr 100 Meter trennen, und dabei meine ich von dem schicksten Teil, denn eigentlich führen sowohl diese als auch Vlaamsesteenweg (mit dem Lieblingslokal eines gewissen österreichischen Schriftstellers Laboureur an der einen Ecke aber auch mit sonstigen sehr interessanten Lokalitäten, wie z.B. Le Pré Salé (eine edle Kantine mit guter belgischer Küche) oder auch Roskam (falls man mal bis in der Früh trinken und gute Musik möchte)) direkt zum Kanal.

Man merkt es auch an den wenigen aber doch vorausberechneten Designer-Dachausbauten, wie ein Nest oberhalb Gebäuden, das nicht gerade die gepflegteste Fassade aufweisen.

Nicht zuletzt auch an den Kränen rechts und links am Kanalufer. Ganz zufällig traf ich neulich auf so eine Seite, die dem Kränengeschehen einen Teil Hintergrund liefert.

Ganz nebenbei finden, wie überall in Brüssel, auch hier festivals statt, u.a. auch K-Nal [F]ESTIVAL oder aber der FilmFestival vom Cinéma Nova in der zweiten Augusthälfte. Auch walvis ist ein Grund, zu einer lebendigeren Jahreszeit, wieder mal einen Blick ans Ufer zu wagen.

Kanäle haben einen begrenzten Reiz auf mich - weder der Donaukanal noch Canal St. Martin sind meine Lieblingsspots in den entsprechenden Städten. Nichtsdestotrotz sind sie für genug Film-, bzw. filmreifes Material zu haben.

29 July 2011

recycleart

RecycleArt ist eins der coolsten Adressen, glaube ich, in Brüssel. Und obwohl es vom Konzept her an U-BahnBogenLokal erinnert, ist mir dieses sympathisch. Zumal es sich nicht in einem U-Bahn- sondern einem SüdBahnBogen befindet und rundherum keine Autos vorbeizischen. Und viel mehr Charm besitzt als alle U-BahnBogenLokale gemeinsam...

Nichtsdestotrotz blieb dieses Lokal, ein Steinwurf von mir entfernt, von mir lange unbesucht. Das erste Mal bewusst drinnen war ich auf dem Weg zurück von der FinanceWatch-Gründung, da es genau am Mittelweg lag und ich dringend ein Bier brauchte.

Und das zweite Mal heute mit Christoph... Zumal auch ein BabaZula-Konzert angekündigt worden war. Da es allerdings erst für 01:45am vorgesehen war, ihr Auftritt, blieben wir bei einem Bier, hörten uns das gerade laufende Konzert vor der Tür an, sagten Hallo! zu den bekannten Gesichtern (meine brüsseler FranzösischLehrerin z.B., die mir immer wieder auf der Strasse begegnet - die jetzt aber endgültig zurück nach Paris geht) und spazierten gemütlich nach Hause.

27 July 2011

la senne

Von der Brüsseler Brauerei Brasserie de la Senne hatte ich schon mal gesprochen. Neulich fiel's mir bei einem Schluck aus dem Hause wieder ein: damals dachte ich nicht genau über die Namensähnlichkeit nach, aber Senne ist quasi la Seine von Brüssel, also der Stadtfluss. Sieht man ihn irgendwo? Diese Frage ist eher mit "Nein!" zu beantworten... Ausser...
Ausser, man sucht ihn. Es ist ein Geheimtipp, hinter den Halles St. Gery durch einen Hof und man beugt sich über ein Geländer und schon sieht man ihn, den Fluss. Erinnert mich auch ein bisschen an den Wienfluss - mit seinem Ursprung im Stadtpark (den ich im Rahmen eines gewissen Flussfestes gegen Entgelt entdecken durfte). Ansonsten ist allerdings, im Unterschied zu Wien, in Brüssel von diesem Fluss kein weiteres Stück mehr zu sehen - eine schnelle "Recherche" brachte Beachtliches ans Tageslicht, das die Autorin dieser Zeilen auch erst gleichzeitig wie ihre LeserInnen studieren wird.

Im Übrigen gibt es auch einen Kanal, den ich noch entdecken muss. Der ist bissl weiter als der Fluss, aber beachtlich länger. Bleibt d'ran!

14 July 2011

chez richard

Chez Richard scheint eine Institution zu sein. Es ist ein Lokal, eine Bar, sowie ich's gern habe... Gleich am Anfang des Place du Grand Sablon plaziert, ist es klein aber nicht zu klein, hat eine terrasse, Tag- und Nachtatmosphäre gleichzeitig, unkompliziert, nicht zu gemütlich, nicht zu grindig, eine gediegene Karte und, das Wichtigste, ein Publikum mit Altersdurchschnitt über 40. Manche davon werden an der Bar  mit Vornamen begrüsst.

Im Winter, in den Monaten mit einem R im Namen genaugenommen, ist vor der Tür auch ein Austernstand. Eine schöne Überraschung war eines Tages den Koch meines Lieblingsbeisls von weit weg in der Stadt genau da anzutreffen. Seitdem weiss ich, dass mein Gefühl mich nicht täuscht.

Blöd ist, dass meine FreundInnen, die direkt oberhalb wohnen, nicht zufrieden sind mit dem Umstand, dass sie bis in den frühen Morgen der lauten Musik ausgesetzt sind - aber sie haben da schon erfolgreich eingegriffen und jetzt scheint es wieder zu passen. Meine Lösung wäre wahrscheinlich gewesen, mein brüsseler shabu aus dem Lokal zu machen, aber ich hab' leicht reden.

Heute trank ich nach langer Zeit wieder einen Espresso an der Theke, bevor ich in die Arbeit ging... Einmal sollte ich mal gegen Mitternacht dort vorbeischauen, sagt mir mein Gefühl.

Nachtrag am 18. Juli: Heute früh kam und setzte sich auch ein gewisser Johannes Voggenhuber hin. Er hatte aber einen Trolley mit. So schaut's aus.

06 July 2011

haus niederösterreich

Heute war ein Empfang im Hause Niederösterreich (übrigens im selben Gebäude wie mein Arbeitsplatz, also hatte ich es nicht weit), und ein anderes Mal im Haus Wien. Immer mit einem Thema kombiniert (einmal eine Vernissage einer ehemaligen Mitarbeiterin, einmal einfach der jährliche HeurigenEmpfang), sind diese Einladungen dazu da, das Stück Land in Brüssel - will heissen in Europa - besser bekannt zu machen. Dass zu diesen Empfängen eher die Lokalbevölkerung (also eher ÖsterreicherInnen) kommen, um ihr Heimweh ein Stück zu lindern, soll mal beiseite gelassen werden.

Ich habe gehört, Österreich soll mit jedem einzigen Bundesland, somit am besten, vertreten sein - sogar besser wie Deutschland (bis jetzt war ich nur  im Haus Rheinland-Pfalz). Dabei fragen sich meine deutschen Kollegen und Bekannten, woher diese Eifer kommt und dass wir ja gar kein föderalistisches Land wären wie sie, wieso diese Zersplittertheit... Ich habe keine klaren Antworten, und das Ganze ist ja sowieso ein smalltalk und darf gar nicht in den tiefgründigsten Analysen ausarten. :)

13 April 2011

jogging

Nachdem ich hier leider, leider nicht radfahre (Aber bald! Ich verspreche!), keine Stiegen benutze (Wohne im Dachgeschoss. Gnade!) und mich sonst auch nicht wirklich viel vom Fleck rühre, ausser vielleicht hin und wieder bissl längere Strecken zu gehen, halte ich es nicht mehr aus ohne Bewegung! Nicht einmal Yoga kam heuer in Frage. Und Tanzen: Tanzen will ich nicht als Sport ausüben.

Vorhin zog ich dann endlich meine besten Schuhe an, und nichts konnte mich zurückhalten vom Laufen - nicht die Kälte, die wieder eingebrochen ist nach dem sommerlichen Wochenende, und auch nicht der Regen.

Die einzige Entschuldigung, die ich hier so lange hatte, waren die längeren Arbeitstage und das danach schon eingebrochene Dunkel. Das ist jetzt nicht mehr der Fall.

Ich habe keinen Donaukanal in der Nähe, und auch keinen Prater - und meine Prinzeninsel, die ich so gern und motiviert im Laufschritt umrunde, ist auch weit weit weg, also begab ich mich in meine nächste Gegend. Die Hinterstrassen von Midi bis zum Bahnhof und zurück (25 Min) waren gerade noch genügend - das nächste Mal muss ich mir allerdings die Zeit nehmen, um diese einfachen Adressen zu studieren um ein paar Parks zu entdecken. So geht's nicht weiter...

03 April 2011

oostende

Letztes Mal wie ich da war, und das ist über zwei Jahre her, da bin ich in der Stadt und gleichzeitig am Hafen angekommen, mich nach der Strassenbahnhaltestelle umgesehen, und bin in den Kusttram eingestiegen, um die ganze belgische Küste an einem Nachmittag auf- und abzufahren.

Diesmal habe ich ein bisschen mehr gesehen von der Stadt: Der Spaziergang entlang des Visserskaai führte uns nicht nur am langen Sandstrand entlang, sondern offenbarte auch den architektonischen Zerfall  der Gegend. Ein paar Jahrhundertwende-Villen, die doch noch verblieben waren, waren immer wieder eine Augenweide.

Am Ende der langen Strecke, mit einem Abstecher auf den Steg (im Bild hinten) überraschte uns dann eine Photoausstellung von zwei Künstlern aus dem Ort in den Venetiannse Gaanderijen. Vor allem mit den beeindruckend authentischen Strandszenen von Daniël de Kievith kann ich mich jetzt auf manches Sommerwochenende einstellen. Donauinsel scheint dagegen ein Spässchen zu sein.

Auf dem Weg zurück, vorbei beim Fischermarkt Vistrap, kosteten wir dann escargots, calamari, Sardinen, aber auch Makrelen von den Strassenstandeln, auch wenn es in Oostende nicht gerade an von Michelin und Gault Millau ausgezeichneten Restaurants mangelt. Nächstes Mal halt...

16 March 2011

potage

Bei uns in der Türkei "trinkt" man die Suppe. Ich weiß, dass es in Österreich nicht so ist, ich nehm's ihnen aber nicht ab, überhaupt den Deutschsprachigen, und trinke auch in Wien weiterhin meine Suppe. Weil es geht.

Hier in Brüssel andererseits, wenn ich eine Suppe bestelle, brauche ich eine Gabel dazu, denn hier isst man die Suppe tatsächlich. Sie heißt auch potage, obwohl ja das Wort "soupe" zur Verfügung stünde. Es geht Richtung Eintopf das Ganze, dennoch auch das ist es nicht ganz. Weder Fisch noch Fleisch also, so wie man's in Wien sagen würde. Diesmal zu Recht...

14 March 2011

"Who the fuck is Ismael Ivo?"

Das war sicherlich nicht die Antwort, die ich von meinem Tanzlehrer heute Abend hörte, wie ich den Namen des großen Meisters erwähnte. Sondern dass er sein Assistent gewesen ist mal in den 90er Jahren in Wien... Klein ist die Welt, und auch klein die Stadt. Heute Abend in dem Kurs begleitete uns der selbe Musiker, der vorgestern in P.A.R.T.S. die contemporary class begleitete... Echt klein.

Heute habe ich meine allererste Stunde absolviert, in der Tanzschule, die ich mir aus einer mittleren Auswahl mal ausgesucht habe. Damals vor zwei Sommern, bei meiner allerersten Begegnung mit contemporary, noch ganz grün hinter den Ohren, kamen mir die Bewegungen diesmal gar nicht so fremd vor.

Es ist nicht so riesig unser Übungsraum wie im Arsenal, aber doch sehr groß. Tanzen lernen habe ich auch ein bisschen wegen diesen Räumlichkeiten gern. Dann sind es die wunderbaren Körper der Lehrer, die einfach unglaublich schön zum Anschauen sind - eine Augenweide zudem, wie sie sich bewegen. Und ihre Instruktionen - Französisch scheint hier sich nicht ganz durchgesetzt zu haben, es wird auf Englisch befohlen: Step! Step! Fall!

12 March 2011

ports ouverts

Rosas tanzt Rosas, hatte ich mir vorletzten Sommer schon in Wien gegeben gehabt, und heute war es soweit, dass ich die Tanzstätte in Brüssel selber besuchen konnte, und nicht nur das. P.A.R.T.S. - die Schule von der Kompanie Rosas - hatte heute Tag der offenen Tür und ich habe mir diese Führung nicht entgehen lassen.

Mir ist das in Wien irgendwie schon aufgefallen, die belgische Omnipräsenz in den Tanzwochen, und wie ich dann bei einer beruflichen Aufenthalt hier vorigen Winter einfach so den Direktor von den besagten Wochen in meinem Hotel traf, wurde mir noch klarer: da läuft das Geschäft!

Anne Teresa de Keersmaeker war in der Schule heute zwar nicht persönlich anwesend, dafür konnte man allerdings mit Lehrern in Berührung kommen, die mit ihr, und aber auch mit Pina Bausch höchstpersönlich gearbeitet haben - u.a. bei Kontakthof, über deren Reproduktion mit Jugendlichen es eine herrliche Doku gibt, die ich mit Suna im tiefsten Winter in flagey gesehen und bewundert hatte.

Ich glaube, heuer werde ich nicht bis zum Sommer warten, und mich schon zu meinem baldigen Geburtstag mit einem Tanzkurs beschenken. Bleiben Sie dran!



10 March 2011

anima 2011


Es ist vielleicht ganz zufällig, aber in diesen Tagen, wo gerade in Wien Tricky Women läuft, nimmt hier in der quasi Hauptstadt der Animation das ZeichentrickFilmFestival anima seinen 30. Anlauf. Ich vermisse natürlich den Frauenschwerpunkt (vielleicht müsste ich hier die Karte besser studieren), und vor allem den Teat Beat, allerdings schaute ich mir hier doch eine gar nicht so schlechte belgische compilation in flagey an.

Und auch hier heißt belgisch, dass in dieser mélange KünstlerInnen mit diversesten Hintergründen vertreten sind - angefangen von der Türkei bis Kinshasa. C'est vraiment du belge!

03 March 2011

freizeitstress

Der Falter-Jury hätte in Brüssel wahrscheinlich so seine Schwierigkeiten beim Aussuchen von "Flyer der Woche". Ich, meinerseits, habe die Schwierigkeiten beim Aussuchen von den zu besuchenden events und spectacles jäglicher Sorte: Stadtführung in 18 Sprachen durch die Tanzszene, eine Vernissage im marokkanischen Kulturzentrum, die 30. Ausgabe des Zeichentrick-Film-Festivals und und und...

Wahrscheinlich nicht viel mehr als in anderen Hauptstädten, aber in Brüssel ist für ihre Verhältnisse relativ viel los. Überhaupt sind sie Liebhaber der kleineren und grösseren Festivals jeglicher Sorte.  Und nebenher ist die begleitende Flyer-Szene. Fantastisch, allein die graphische Vielfalt, die die Augen erfreut, jedes Mal, wenn man ein Lokal betritt. Im Eingangsbereich von fast jedem Café kann man sich eine kleine Kollektion zusammenstellen.

Ich lass mich nicht grenzenlos mitreissen aber heute freue ich mich auf ein Wochenende bien rempli.

24 February 2011

lunch break

Es ist ein Kontrastprogramm. Ein Kontrastprogramm zu dem, was in Wien tagtäglich in der Betriebsküche mit einem Spitzenkoch an der Spitze hergezaubert und aufgetischt wird.
Hier darf ich davon träumen.
Ich blättere das Doppelte hin für ein Essen in Kühlregalen und diversen Plastik- oder Styroporschalen, die o.k., nicht schlecht schmecken, aber...

Gut, dafür habe ich andere Freiheiten. Erstens gehe ich nicht immer bei der selben Kette einkaufen (obwohl die sich als eine der Besseren erwiesen hat), sondern hin und wieder auch richtig essen - mit einem Kollegen oder mit einer Freundin.

Zweitens, und das schlägt alles, muss ich mein Mittagessen nicht zu früher Morgenstunde, also 11:30 zu mir nehmen, sondern kann das auch um 14:30, wo ich tatsächlich Hunger habe.