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18 September 2011

froidchapelle

Ja, so heisst die Ortschaft, wo ich mein Wochenende verbracht habe. Mit Betonung auf "ver".

In Brüssel war gerade nichts los, also nur Journées du Patrimoine das ganze Wochenende, Saint-Jazz-ten-Noode Freitag Abend und Samstag den ganzen Tag, und der strikt autofreie Sonntag. Alles uninteressant, ich wollte unbedingt die eineinhalbstündige Autofahrt auf mich nehmen, um in einer Hütte mit 15 knapp 30jährigen die Nacht eingesperrt zu verbringen (wo nichts unvorhersehbar war, und über Nacht sich keine Überraschungen ergaben, zumindest keine, wo ich dabei war, aber auch sonst nichts, tote Hose diese Generation), um am nächsten Tag nach einer Überlänge an Frühstück mit nutella aber ohne eine einzige exotische Ingredienz mich um 3 Uhr auf den Weg Richtung Stadt zu machen um nach 4,5 Std. tatsächlich dort anzukommen. Auf einen Weg, der mich ins Dorfzentrale führte, um dort herauszufinden, es fahren sonntags keine Büsse zum nächsten Bahnhof, also autostoppen! Bei einem Sonntagsausflugspärchen aus Chimay (ja, wo das gute Bier herkommt, und gut, dass es herkommt und nicht dass wir jedes Mal hinfahren müssen) durfte ich bis nach Gare de Mariembourg mitfahren, dort in der tristesten Sonntagsnachmittagsatmposphere ein einhalb Stunden auf meinen Zug nach Charleroi Sud warten. Und so weiter und so fort.

Alles urban Wohlige hinter mir gelassen, und mir die deutlichsten und lautesten Schafe angehört, die Kühe mit modischen Mustern angeschaut... Und überlebt. Nächstes Mal überlege ich es mir zwei Mal, wenn ich Einladungen zu Geburtstagsfesten annehme, vor allem zu selbstgebastelten. Nein, ich bin definitiv zu alt dafür. Um ehrlich zu sein, ich war nie so jung in meinem Leben. Danke, ohne mich!

03 April 2011

oostende

Letztes Mal wie ich da war, und das ist über zwei Jahre her, da bin ich in der Stadt und gleichzeitig am Hafen angekommen, mich nach der Strassenbahnhaltestelle umgesehen, und bin in den Kusttram eingestiegen, um die ganze belgische Küste an einem Nachmittag auf- und abzufahren.

Diesmal habe ich ein bisschen mehr gesehen von der Stadt: Der Spaziergang entlang des Visserskaai führte uns nicht nur am langen Sandstrand entlang, sondern offenbarte auch den architektonischen Zerfall  der Gegend. Ein paar Jahrhundertwende-Villen, die doch noch verblieben waren, waren immer wieder eine Augenweide.

Am Ende der langen Strecke, mit einem Abstecher auf den Steg (im Bild hinten) überraschte uns dann eine Photoausstellung von zwei Künstlern aus dem Ort in den Venetiannse Gaanderijen. Vor allem mit den beeindruckend authentischen Strandszenen von Daniël de Kievith kann ich mich jetzt auf manches Sommerwochenende einstellen. Donauinsel scheint dagegen ein Spässchen zu sein.

Auf dem Weg zurück, vorbei beim Fischermarkt Vistrap, kosteten wir dann escargots, calamari, Sardinen, aber auch Makrelen von den Strassenstandeln, auch wenn es in Oostende nicht gerade an von Michelin und Gault Millau ausgezeichneten Restaurants mangelt. Nächstes Mal halt...