19 July 2011

konzert zu mittag

Mit theorethisch(!) anbrechendem Sommer ist in Bruxelles auch weniger los - weniger, was das Arbeitsleben betrifft. Das Angebot an Unterhaltung passt sich daran an, und erweitert sich auch auf die Tageszeit.

In diesem Zusammenhang werden den ganzen Sommer lang Konzerte zu Mittagszeit angeboten. Heuer übrigens zum 25. Mal! Früher  im Freien, heuer zum ersten Mal im königlichen Konservatorium. Passt auch viel besser zum Wetter, obwohl ein bisschen frische Luft in der Mittagspause, egal wie kalt es draussen ist, ja niemandem schaden könnte.

Die Premiere haben heute Barbara und ich mit Barockmusik aus Portugal gemacht. Bei voll ausverkauftem Saal. Wirklich eine Marktlücke, so eine mittägliche Ohrenschmause, man merkt es. Nahrung für die Seele in der Mittagspause ist nicht bei wenigen angesagt.

17 July 2011

Ask the cat!

Entgegen meiner Gewohnheiten und trotz des Umstandes, dass ich in den nächsten vier Wochenenden nicht mehr die Gelegenheit haben werde, dort vorbeizuschauen, verzichtete ich diesen Sonntag auf Marché du Midi und auf die tollen crêpes. Stattdessen entschied ich mich für St. Gilles - die Nachbargemeinde Ixelles'.

Schon mal besuchte ich da, wie Christoph auf Besuch war, das Haus Horta und diesmal war wieder ein Haus aus der Jahrhundertwende an der Reihe: Haus Hannon. Mit wechselnden, vor allem übersichtlichen, Photoausstellungen, weil der ursprüngliche Herr des Hauses  ebenso eine Schwäche (wie auch Talent) für diese Kunst hatte, ist dieses Jugendstiljuwel eine wahre Entdeckung.

Liegt übrigens in Gehweite sowohl zu Bar du Matin als auch zum berühmt berüchtigten Moeder Lambic - beide Lokale, die ich ebenfalls zum ersten Mal besucht habe. War schliesslich auf ein bisschen einer Entdeckungstour für den nächsten Besuch von Christoph. Zwischen diesen zwei Bars liegt ganz nebenbei auch  ein Gefängniskomplex und ein beeindruckendes Amtshaus - ein Magistrat grösser als jedes Rathaus. Diese haben aber nichts mit meinen Plänen zu tun.

14 July 2011

chez richard

Chez Richard scheint eine Institution zu sein. Es ist ein Lokal, eine Bar, sowie ich's gern habe... Gleich am Anfang des Place du Grand Sablon plaziert, ist es klein aber nicht zu klein, hat eine terrasse, Tag- und Nachtatmosphäre gleichzeitig, unkompliziert, nicht zu gemütlich, nicht zu grindig, eine gediegene Karte und, das Wichtigste, ein Publikum mit Altersdurchschnitt über 40. Manche davon werden an der Bar  mit Vornamen begrüsst.

Im Winter, in den Monaten mit einem R im Namen genaugenommen, ist vor der Tür auch ein Austernstand. Eine schöne Überraschung war eines Tages den Koch meines Lieblingsbeisls von weit weg in der Stadt genau da anzutreffen. Seitdem weiss ich, dass mein Gefühl mich nicht täuscht.

Blöd ist, dass meine FreundInnen, die direkt oberhalb wohnen, nicht zufrieden sind mit dem Umstand, dass sie bis in den frühen Morgen der lauten Musik ausgesetzt sind - aber sie haben da schon erfolgreich eingegriffen und jetzt scheint es wieder zu passen. Meine Lösung wäre wahrscheinlich gewesen, mein brüsseler shabu aus dem Lokal zu machen, aber ich hab' leicht reden.

Heute trank ich nach langer Zeit wieder einen Espresso an der Theke, bevor ich in die Arbeit ging... Einmal sollte ich mal gegen Mitternacht dort vorbeischauen, sagt mir mein Gefühl.

Nachtrag am 18. Juli: Heute früh kam und setzte sich auch ein gewisser Johannes Voggenhuber hin. Er hatte aber einen Trolley mit. So schaut's aus.

06 July 2011

haus niederösterreich

Heute war ein Empfang im Hause Niederösterreich (übrigens im selben Gebäude wie mein Arbeitsplatz, also hatte ich es nicht weit), und ein anderes Mal im Haus Wien. Immer mit einem Thema kombiniert (einmal eine Vernissage einer ehemaligen Mitarbeiterin, einmal einfach der jährliche HeurigenEmpfang), sind diese Einladungen dazu da, das Stück Land in Brüssel - will heissen in Europa - besser bekannt zu machen. Dass zu diesen Empfängen eher die Lokalbevölkerung (also eher ÖsterreicherInnen) kommen, um ihr Heimweh ein Stück zu lindern, soll mal beiseite gelassen werden.

Ich habe gehört, Österreich soll mit jedem einzigen Bundesland, somit am besten, vertreten sein - sogar besser wie Deutschland (bis jetzt war ich nur  im Haus Rheinland-Pfalz). Dabei fragen sich meine deutschen Kollegen und Bekannten, woher diese Eifer kommt und dass wir ja gar kein föderalistisches Land wären wie sie, wieso diese Zersplittertheit... Ich habe keine klaren Antworten, und das Ganze ist ja sowieso ein smalltalk und darf gar nicht in den tiefgründigsten Analysen ausarten. :)

04 July 2011

rockwerchter

Die FestivalTussi bin ich nicht - das kann man auch daran erkennen, dass ich bis zu diesem meinen Alter auf keinem mehrtägigen Festival je war. Auch auf dem RockWerchter haben wir nicht gecampt oder so, allerdings schon einen ganzen Sonntag da draussen verbracht.
Wie meine Freundin mir irgendwann im Frühjahr davon erzählt hat, dass sie Tickets ergattert hat (zwar nicht mehr für den Samstag mit dem besseren Programm, dennoch...) und dass sein Mann irgendwie abspringt, da am nächsten Tag Arbeit, etc. habe ich mich (ebenfalls trotz Arbeit am nächsten Tag) ohne lange zu überlegen, angemeldet.

Es war dann erst am Tag des Festivals - gestern Vormittag -, dass mir die Dimension der Sache bewusst geworden ist, und dass ich sah, dass neben Iron Maiden etc. ganz nebenbei auch Nick Cave mit seinen Grinderman dabei sein wird. Aber auch neue Sängerin/Performerinnen wie Robyn waren dabei, zumindest für uns, zu entdecken.

Dazu kommt, dass so ein cooler Armband dann auch Tage danach die Aufmerksamkeit von diversen Menschen in der nächsten Umgebung erregt und überraschend, zu welchen sozialen Kontakten das dann hinführt...

30 June 2011

les ateliers des tanneurs

An diesem heutigen Tag wurde Finance Watch gegründet. Und diese Gründung fand zum Glück nicht schon wieder im Parlament oder in einer ähnlichen location statt, sondern in den von mir sehr beliebten, immer wieder von aussen bewunderten Ateliers des Tanneurs.

Im Moment als Veranstaltungssaal benutzt, war dieses Gebäude mal eine Weinlagerhalle. Es befindet sich bei mir auf dem Weg zum Jeu de Balle. Die schöne Fassade am Bild verrät diese ehemalige Funktion des Gebäudes mit den Schildern von den berühmtesten Regionen in der Gegend, von denen die Namen immer für einen guten Tropfen stehen, wie z.B. Reims.

Champagne hat es zur Feier des Tages nicht gegeben, dennoch verspricht sich der Tag, ein historischer zu werden. Hoffentlich werden wir es gemeinsam sehen und erleben.

29 June 2011

mundoB

Heute war der erste Teil der Annual General Assembly von SOLIDAR, und das fand in einem passenden Haus statt, im mundoB.  Passend, weil dieses Haus ebenso eine Initiative von NGOs ist und eins der nachhaltigsten Häuser in ganz Brüssel, mit allem drum herum - und nicht nur mit dem selbstverständlichen öko-Garten und fairtrade-Kaffee und -Saft. Auch Strom- und sonstige Verhältnisse wurden hier bei der Bau angeblich nach ihrer Umweltverträglichkeit überprüft. Es ist auch in der Vergangenheit für unsere EU FTT-Treffen mit NGOs ein beliebter Ort gewesen oder aber auch für AlterEU LobbyingDurchschauWorkshops... Bin also immer wieder hier, und immer wieder gern hier.
...und politisch korrekter geht es kaum... Ich übernehme allerdings keine Haftung, falls da doch irgendwie Atomstrom mit im Spiel ist. Man weiss nie!