07 March 2011

spéculoos


Die beste Freundin von biscuits oder Süßigkeiten bin ich nicht, oder sagen wir so, ich geniesse sie in Maßen. Mir haben sie allerdings immer schon besser geschmeckt, die Spekulatien, wie Lebkuchen. Sind auch viel bekömmlicher. Und hier in Brüssel bekommt man sie fast immer zum Kaffee dazu. Dann gibt es auch Schokolade damit. Auch heiße Schokolade.

Eine große Auswahl findet man im schmucken Geschäft auf der schmucken Rue de Rollebeek auf dem Weg zum wahrscheinlich schönsten Platz Brüssels, Place du Grande Sablon: Biscuiterie Dandoy. Sie ist längst vorbei aber vor allem zu Weihnachtszeit geht es drinnen sehr stimmig zu, und wenn sie nicht so zerbrechlich wären, hätte ich sie mit nach Hause genommen, als Geschenk. Das ist nämlich genau wie man sich den Geschmack des Weihnachtens bei uns vorstellt.

Zum Abschied des Winters habe ich mir jetzt neulich eine Packung einfacherer Sorte gekauft, und werde sie täglich zu meinem Nachmittagskaffee genießen.

Und dann kommt Frühling.

06 March 2011

Café Belga

Café Belga gehört zu einer der ersten Entdeckungen in Brüssel, die ich im November des Jahres 2008 dank Suna und Klaus machte.

Es bildet Teil des ganzen flagey-Komplexes - dazu später - und zieht auch aufgrund seiner Grösse ein breites Publikum an (obwohl hauptsächlich bobos), vor allem sonntags. Jeden zweiten Sonntag bietet es live music vor Ort an und an schönen Tagen, obwohl das Lokal aufgrund seinen Vitrinenfassaden sonnendurchflutet ist, ist auch auf der Terasse am Place Flagey kein einziger Sessel mehr frei. So auch heute.

Es gibt hier zwei Getränke, die hauptsächlich konsumiert werden: thé à la menthe und Vedett extra blanche gezapft, mit Zitronenscheiben drinnen. I go mostly for the latter. Obwohl ich hier mal aufgrund einer anonymen Empfehlung an der Bar auch Maredsous probiert habe, und es immer wieder auch sehr gerne trinke.

Nicht zuletzt kann man sich hier auch mit einer umfangrachen Palette an flyers versorgen, und sich den kürzeren oder längeren Besuch in der Stadt je nach Geschmack zusammenflicken.

05 March 2011

cantillon

Ursprünglich hatte ich für heute endlich den Besuch der brüsseler Brauerei Cantillon geplant gehabt, der gar nicht weit von mir entfernt liegt - bissl ausserhalb vom Stadtinneren... Zumal sie heute auch Tag der offenen Tür hatten, mit Führung im Halbstundentakt, ab 7 Uhr (und mit Kaffee und Croissant bis halb 9). Es ist sich aufgrund des Besuchs nicht ausgegangen, rechtzeitig die Wohnung zu verlassen. Dennoch muss es für heute irgendwie vorgesehen worden sein, mein erstes ernsthaftes lambic von diesem Haus beim Maroller chez Marcel am Place Jeu de Balle zu mir zu nehmen, obwohl ich den Besuch dieses Platzes  bislang eher sonntags bevorzugte. Ich muss sagen, keine leichte Kost, der Tropfen!

Lambic wird aus Weizen, Gerste und Hopfen gleichzeitig hergestellt, erinnerte mich an Geschmack dennoch sehr an cidre. Es ist still, also gibt keinen Schaum her, und absolut zuckerlos, dass, wenn ich richtig verstehe, mit der fermentation spontanée etwas zu tun haben soll. Es wird auch als "Wein aus Korn" vorgestellt. Bzw. manchmal auch "Champagner vom Bier". Gueuze ist dann die eine Spur weiterverarbeitete Art davon. Wir kennen eher die mit Frucht versehene Geschmacksrichtung von lambic, nämlich den Kriek.

04 March 2011

ligne de temps

Freitag Abends bin ich gewöhnlich für sehr wenig zu haben, wenn überhaupt. Dennoch reizte mich Espace Magh in meiner unmittelbaren Nachbarschaft schon eine Weile... Und wie ich gestern sah, dass es eine Vernissage für 18:30 am Programm war, dachte ich mir, das ist die Gelegenheit.

Nach der Arbeit, und nachdem der Abfall vor die Haustür gestellt worden war (ja sie holen's dann ab am Abend, auch Dienstags das selbe Theater), ging ich die paar notwendigen Schritte und schon machte sich eine andere Welt auf. Ich meine damit gar nicht den maghrebanischen Raum, der sich mir erschloss, nein, der Ausstellungsraum, die Bilder hätten genauso in New York oder in Wien stehen bzw. von einer deutschen oder australischen Künstlerin gemalt worden sein. Es war die Begegnung mit der bildenden Kunst, die mir wieder mal gut tat.

Dabei wohne ich gegenüber Académie Royale des Beaux-Arts de Bruxelles, auf den ich vor allem aus der Dachterasse einen schönen Blick habe. Und genau da hat Amina Rezki auch studiert, die Gastgeberin der gestrigen Vernissage, Malerin des Bildnisses anbei "ligne rouge".

03 March 2011

freizeitstress

Der Falter-Jury hätte in Brüssel wahrscheinlich so seine Schwierigkeiten beim Aussuchen von "Flyer der Woche". Ich, meinerseits, habe die Schwierigkeiten beim Aussuchen von den zu besuchenden events und spectacles jäglicher Sorte: Stadtführung in 18 Sprachen durch die Tanzszene, eine Vernissage im marokkanischen Kulturzentrum, die 30. Ausgabe des Zeichentrick-Film-Festivals und und und...

Wahrscheinlich nicht viel mehr als in anderen Hauptstädten, aber in Brüssel ist für ihre Verhältnisse relativ viel los. Überhaupt sind sie Liebhaber der kleineren und grösseren Festivals jeglicher Sorte.  Und nebenher ist die begleitende Flyer-Szene. Fantastisch, allein die graphische Vielfalt, die die Augen erfreut, jedes Mal, wenn man ein Lokal betritt. Im Eingangsbereich von fast jedem Café kann man sich eine kleine Kollektion zusammenstellen.

Ich lass mich nicht grenzenlos mitreissen aber heute freue ich mich auf ein Wochenende bien rempli.

02 March 2011

houtsiplou

Nicht nur weil sie die zweitbesten frites in der ganzen Stadt haben (...und, nein, die erstbesten sind nicht die von Place Jourdan, vom Maison Antoine, wirklich nicht!), sondern weil sie auch bei mir um die Ecke an dem schönen Place Rouppe platziert sind, bin ich oft und gerne in Houtsiplou. Sie haben eine entspannte Ambiente, wo man auch abends ein paar Zeilen lesen kann, sie haben free wifi, sie haben eine Stammkundschaft, und dennoch auch Gäste, die vorbeiziehen.

Und, so wie viele andere Lokale hier, haben sie eine breite Bierkarte, mit einer Tafel mit zusätzlichen bière speciales. Nach einem leichten Hoegaarden zur ersten afterwork-Entspannung, bestelle ich von der Spezialkarte wieder ein La Chouffe. Dieses Bier trinke ich öfter, wenn ich da bin, weil es immer noch unter blonde fällt (also noch nicht ambrée), aber eben blonde für Brüsseler Verhältnisse, also ganz und gar nicht légère.

Houtsiplou hat auf der Rue Trône eine Schwester, die nur mittags offen hat, mit einem aussprechbareren Namen - Chez Gaston. Den müsste ich vielleicht in einer Mittagspause mal ausprobieren.

01 March 2011

bildungslücke

Also, es ist wirklich nicht das, was ich mir von dem vergangenen Abend mit nach Hause nehmen sollte, aber es ist wie es ist. Kaum kommt eine Gruppe von Menschen zusammen, die englisch nicht als ihre Muttersprache sondern als die einzige Gemeinsame teilen - das kann sein in einer mehr oder weniger politisch engagiertem Kreis, und die Stunde ist spät und die Gläser weisen immer mehr Finger- und Lippenspuren auf, als sie Wein beinhalten, höre ich unbedingt irgendwann das Stichwort Life of Brian. Ja, richtig erraten: von Monty Python.

Ich, meinerseits, habe mir in meinen englischen Jahren an Fernsehabenden eher Men Behaving Badly angeschaut - das kennen aber nur Engländer, und Yes, Minister! - davon will man in parlamentarisch politischen Kreisen eher Abstand halten.

Gut, ich gestehe, es muss sich hier um eine Bildungslücke meinerseits handeln, wenn sogar South Park denen eine Folge widmet - die zu schliessen ich spätestens hier in Brüssel gezwungen sein werde (nach dem Kalkül: je mehr ähnliche Zusammenkünfte, desto öfter Monty Python-Gerede) aber diesen Monopol-Platz, den sie in smalltalks belegen, geht mir schon ziemlich auf die Nerven. The Onion hat total Recht!