02 April 2011

place st. géry

Es war ein tolles Frühlingswetter und so begab ich mich nach einer Regenerationsphase von der doch sehr dichten Woche, Samstag Mittag, mit meiner Zeitung und meinen Zigaretten und viel Vorfreude auf einen Kaffee Richtung Pl. St. Catherine - wie jeden Samstag - und doch kam ich nicht soweit. Denn vor Place St. Catherine, da kommt Place St. Géry, und bei diesem Wetter, mit den Tischen und Stühlen auf den Gehsteigen und mit der direkten Sonne drauf, war es mir wert, ein bisschen länger wie üblich auf einen Tisch zu warten.

Le Roi des Belges - im Bild links mit dem selbsternannten "sophisticated serveur" - ist bei Regenwetter auch drinnen ganz angenehm - obwohl mit einer Spur zu lauter Musik...

Nach dem Cappucino wurde es dann ein herrliches Duvel, und nach doch noch ein paar gebackenen Schrimps und einem Gläschen Weissen auf Pl. St. Catherine, war es dann Zeit für ein längeres Nachmittagsschläfchen. Doch machte uns ein kleiner Umweg über den Vlaamsesteenweg - wieder vorbei am Laboureur - neue Horizonte des eigenen Viertels auf, wie z.B. die Entdeckung der Foxhole-Filiale einen Steinwurf entfernt von mir (aber auch OXFAM vintage ist eine Adresse, die man sich merken kann), und ganz nebenbei kam ich endlich auch in die Ehre der näheren Besichtigung vom Zinneke Pis.

31 March 2011

guylian

C'est vrai que... Es stimmt, dass ich eine Schwäche für Meeresfrüchte habe, oder alles was in Form eines Fisches daherkommt (im letzteren Fall hauptsächlich Schmuck), aber bei Guylian war es all die Jahre auch der Geschmack (die Konsistenz), und auch die Farbe (das Wellige, das Aneinanderübergehende), die mich dieser Schokolade hingezogen hatten. 

Mit meiner sich immer schärfenden Präferenz für die Bitterschokolade bin ich dann mit der Zeit von dieser mich auch namentlich ansprechenden Marke abgekommen und hier in Brüssel fällt sie für mich unter Industrieschoko - im Gegensatz zu der Auswahl artisanale...

Heute im Supermarkt wollte ich allerdings wieder mal eine kleine Packung auf meinem Schreibtisch haben für eine Weile und da griff ich zu dieser altgedienten Bekannten...

28 March 2011

éternel chantier

Das war vor zwei Jahren so, und heute ist es nicht anders: eine ewige Baustelle, der Platz Schuman. Sperren, Umleitungen... Noch und nöcher und es scheint kein baldiges Ende in Sicht.
Ich kenne die Geschichte von dieser Gegend nicht, aber beim Anblick von ein paar Überbleibseln an alten Fassaden wird klar, die bruxellisation ist hier noch nicht vollendet.

Ganz im Gegenteil von der Gegend um das Parlament herum. Eine Umrundung des Parlaments bei der Gelegenheit kann einen ganz schön überwältigen, welch architektonische aber nicht immer ästhetisch ansprechende Gegensätze und Kombinationen miteinander existieren können. Wieso können es dann die Wallonen und Flamen so wenig?

24 March 2011

choux de bruxelles

Sowie der türkische Kaffee in der Türkei einfach Kaffe heisst (obwohl sich das inzwischen mancherorts ändert), oder auch the Englisch Breakfast in London in herkömmlichen bodenständigen Lokalen nicht unter diesem Titel bestellt wird, würde man sich vorstellen, die brüsseler Sprossen würden hier einfach Sprossen oder Kohl heissen. Aber nein. So ist es nicht. Sie werden auch hier nach ihrem Ursprung bezeichnet, und die, die ich für mein gestriges Abendessen kaufte, kamen aus Holland.

Für ihre Grösse sind sie eine Spur zu umständlich zum Zubereiten, da man immer eine Schicht schon wegschälen muss, dafür sind sie im Nu gekocht und schmecken leicht bitter, leicht süsslich zugleich und können jeden Salat verfeinern, und jede Speise innerlich wie äusserlich bereichern. Sollte ich ab jetzt öfter einsetzen in der Küche.

23 March 2011

marché du place du chatelain

Nach einer langen Sitzung, vor allem bei so einem schönen Wetter - da gönnt man sich dann eine Mittagspause in der Sonne und die darf auch ein bisschen länger dauern, als die knappe halbe, drei Viertel Stunde, die man sich sonst nimmt. So dachte ich mir, und nachdem es diesen einen Markt am Place du Chatelain, den ich immer schon besuchen wollte, nur Mittwochs nachmittags gibt, habe ich mich in den Bus gesetzt und habe mich ins Innere von Ixelles begeben.

Es ist eine Oase mitten in der Stadt, und die Pause war eine Oase mitten in meinem Tag. Ein herkömmlicher Markt, der auch durch seine Stände mit sofort verzehrbaren Lebensmitteln lockt: vom marokkanischem Couscous zu fusion streetfood, wie wir sie letztendlich zu uns genommen haben. Die Entscheidung war schwer, dennoch ganz einfach: man setzt sich an den ersten freien Platz hin. Und fertig!

Nachtrag am 24. August: Stellt sich heraus, dieser Markt ist   d e r   mittwöchliche Apero-Treffpunkt. Also habe ich mich gar nicht zu Mittag hin beeilen müssen, denn losgelegt wird so ab dem frühen Abend, so ab 18:30, wo es den Markt immer noch gibt und dazu Stände, wo Wein ausgeschenkt wird und Häppchen von chorizo als amuse bouche verkauft... Auch nach dem Markt bleiben diese Stände bestehen, und die Menschen auf der Strasse. Wortwörtlich. Terassen und Gehsteige reichen nicht aus, Autos werden beraten, die Gegend zu umfahren, es ist ein Fest!

17 March 2011

norman chomsky

Genau vor zwei Jahren kam er in meinen Notizen in Zusammenhang mit Brüssel vor, und jetzt war er höchstpersönlich in der Stadt. Seinem Besuch gingen keine großartigen Ankündigungen voraus; ich nehme an, man wollte noch eine größere Menschenmenge wie sie sowieso schon da war vermeiden. Ich ging ihn mir an seinem zweiten Auftrittstag im Théâtre National de la Communauté Wallonie-Bruxelles anhören. Zumal ich mir auch die Stätte anschauen wollte.

Davor gönnte ich mir unterwegs im Café L'Entracte einen leichten Schluck (Primus - wässriger geht kein Bier mehr), hauptsächlich weil der Name zum Konzept passte. Chomsky selber war nicht weltbewegend, allerdings unspannend war die Diskussion mit zwei ihm zur Seite gestellten belgischen Professoren auch wieder nicht. Den Abend, die Zeit in der Warteschlagen davor, überhaupt den Arbeitstag, der hinten dranhing, habe ich dann beim Houtsiplou bei einem gescheiteren Schluck - Zinne Bir direkt aus dem brüsseler Hause Brasserie de la Senne -  und der Lektüre "What We Say Goes" heruntergespült.

16 March 2011

potage

Bei uns in der Türkei "trinkt" man die Suppe. Ich weiß, dass es in Österreich nicht so ist, ich nehm's ihnen aber nicht ab, überhaupt den Deutschsprachigen, und trinke auch in Wien weiterhin meine Suppe. Weil es geht.

Hier in Brüssel andererseits, wenn ich eine Suppe bestelle, brauche ich eine Gabel dazu, denn hier isst man die Suppe tatsächlich. Sie heißt auch potage, obwohl ja das Wort "soupe" zur Verfügung stünde. Es geht Richtung Eintopf das Ganze, dennoch auch das ist es nicht ganz. Weder Fisch noch Fleisch also, so wie man's in Wien sagen würde. Diesmal zu Recht...